Dobbrun l  Die historisch wertvollen Platten aus dem 17. und 18. Jahrhundert waren im Dezember 2020 im Rahmen eines Arbeits­einsatzes und unter Mithilfe vieler Dobbruner geborgen worden. Sie fanden einen sicheren Platz in der Kirche des Dorfes.

Drei der bodengleichen Grabplatten hatten sich zuvor an der Südseite der Apsis befunden. Sie dienten als Abstellfläche für Gießkannen und Behälter und konnten bei näherer Betrachtung namentlich zugeordnet werden. Bei einer handelte es sich um die Grabplatte der Charlotte Marie Karoline Falke, geb. Huth. Direkt daneben lag die Platte ihres Ehemanns Nicolaus Falke, bei der dritten handelte es sich um die von Daniel Falk. Bei einer vierten, die an die Wand gelehnt stand, handelte es sich um die Grabplatte von Johan Caspar Nachtigall. Die drei Männer waren allesamt Hofbesitzer in Dobbrun.

Gemeinsam mit seiner Frau ist Hobbyforscher Lothar Müller aber dabei, herauszufinden, was auf diesen Platten damals eingemeißelt wurde. Dort würden nicht nur die Namen stehen, „sondern auch einiges, was wichtig war in ihrem Leben. Sie haben schon eine historische Bedeutsamkeit“, waren sich Sethge, Lazay und Müller einig.

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Dabei gewesen zu sein, als die Tafeln geborgen wurden, sei ein Erlebnis gewesen, so Gordon Sethge. Schließlich sei so wieder ans Tageslicht gekommen, was Hunderte Jahre niemand mehr erblickt hatte. Nach Angaben des Pfarrers sollen die Grabplatten denkmalgerecht aufgearbeitet werden. Wann das geschieht, sei aber noch nicht abzusehen.