Salzwedel l Erstmalig hat sich im Altmarkkreis Salzwedel der Verdacht der Aujeszkyschen Krankheit, auch Pseudowut genannt, bestätigt. Bei einem im Raum Diesdorf erlegten Wildschwein wurden Antikörper nachgewiesen, teilte Kreissprecherin Birgit Eurich am Dienstag mit.

Amtstierärztin Elke Filter bittet alle Jäger, Schweißproben aller erlegten Wildschweine für diese Jagdsaison einzusenden, damit das Krankheitsgeschehen flächendeckend beobachtet und überwacht werden könne. „Eine Übertragung vom Wildtierbestand auf die Hausschweinepopulation ist unbedingt zu verhindert. Ein unmittelbarer Kontakt von Jagdhunden mit Wildschweinen ist auf das Notwendigste zu beschränken“, informierte Birgit Eurich. Zudem sollte roher Aufbruch von Schwarzwild an Hunde nicht verfüttert werden.

Hygiene beachten

Jäger, die selbst Schweinehalter sind oder Schweine betreuen, hätten besondere Hygienevorschriften einzuhalten, fügte sie hinzu. Diese sollten den Stall nicht mit Jagdkleidung betreten, in diesem kein Wildschwein aufbrechen sowie besondere Vorsicht beim Zerwirken und Entsorgen der nicht verwertbaren Reste walten lassen.

Die Aujeszkysche Krankheit ist eine Herpes-Viruserkrankung, die vorrangig Schweine, aber auch Haustiere wie Hunde und Katzen befallen könne. Die Tierseuche könne im Hausschweinebestand zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führen. Markante Symptome seien Juckreiz, Wesensveränderungen, Erbrechen und Lähmungserscheinungen. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbreitung der Krankheit liege bei zwei bis neun Tagen. Hunde und Katzen würden sich über Blut-/Schleimkontakt und Nahrungsaufnahme anstecken. Das Virus führt zum Tod. Für Menschen ist die Pseudowut ungefährlich.

Bei Infektionsverdacht sollten unbedingt ein Tierarzt und das Veterinäramt informiert werden. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises, Karl-Marx-Straße 32 in Salzwedel, ist unter Telefon 03901/84  04  16 oder per E-Mail unter Vetamt@Altmarkkreis-Salzwedel.de zu erreichen.