Salzwedel l „Das Grüne Band ist ein Thema für die ganze Stadt.“ Dieser Meinung ist Constanze Neuling, Leiterin der Salzwedeler Tourist-Info. Salzwedel habe als Stadt von dem Projekt profitiert, es sei ein „erheblicher Mehrwert entstanden“.

Kooperationsvereinbarung im Oktober ausgelauf

Durch die Initiative seien zahlreiche Gäste in die Hansestadt gekommen, deshalb habe sich die Kooperationsvereinbarung Grünes Band, die allerdings im Oktober abgelaufen ist, gelohnt, sagte Neuling in der Sitzung des Betriebsausschusses KulTour.

Dessen Vorsitzender Andreas Vogel, stellvertretender Bürgermeister, und Betriebsleiter Joachim Mikolajczik wollten von den Ausschussmitgliedern eine Art Willensbekundung, um die Vereinbarung und verschiedene Projekte „weiter vorbereiten zu können“. Wolfgang Kappler (Für Salzwedel) war sehr angetan von der Initiative und bezeichnete das Grüne Band als ein „starkes Projekt“. Allerdings wandte er sich gegen einen förmlichen Beschluss darüber, weil die damit verbundenen Kosten nicht klar seien.

Das Grüne Band steht für ein Naturschutzprojekt und markiert den Grenzverlauf der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Es sei nicht nur ein faszinierendes Ziel für Liebhaber der Natur – vielmehr ermögliche es auch einen Einblick in die jüngste deutsche Geschichte der Region Altmark-Wendland, die bis 1989 durch den Eisernen Vorhand getrennt war. Ein besonders wertvoller Teil des Grünen Bandes verläuft zwischen der Altmark und dem Wendland.

Keinen Beschluss fasste das Gremium mit Blick auf ein Leader-Teilprojekt 2016/17. Damit soll laut Mikolajczik die ländliche Region mit europäischen Geldern gestärkt werden. „Zwar wissen wir nicht, ob wir mit unserem Projekt reinkommen, aber wir sollten es auf jeden Fall versuchen“, sagte Mikolajczik.

Stadtwill Schwung des Luther-Jahres mitnehmen

Die Förderung liege bei 75 bis 80 Prozent, sagte Constanze Neuling zu dem Projekt, das unter dem Titel „Die Zeit der Renaissance in Salzwedel“ laufen soll. „Wir wollen den Schwung mitnehmen, der 2017 wegen des Luther-Jahres durch Sachsen-Anhalt gehen wird“, meinte Neuling. Zudem sei die Renaissance auch in Salzwedel eine sehr spannende Zeit gewesen. Unter anderem stamme der Rathausturm aus dieser Zeit. Seit Martin Luther im Jahre 1517 seine 95 Thesen an der Tür der Stadtkirche in der Lutherstadt Wittenberg angeschlagen hat, gilt Sachsen-Anhalt als Ursprungsland der Reformation. Grund genug also, um 2017 das 500. Jubiläum dieses Weltereignisses gebührend zu feiern. Mit dem Leader-Projekt wolle man „den Fuß in die Tür bringen“.