Fleetmark l Die Sitzung des Fleetmarker Ortschaftsrates ist am Mittwochabend wenige Minuten alt, als Norman Klebe, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Arendsee, die anwesenden Mitglieder darüber informiert, dass vorerst keine Flüchtlinge in dieser Region untergebracht werden sollen. Informationen, die er von Landrat Michael Ziche während der Herbstkonferenz in Mehrin einige Stunden zuvor erhalten hatte. Was dann folgt, ist für das Stadtoberhaupt unbegreiflich.

Es dauerte keine zehn Sekunden, da äußerte sich Ortschaftsratmitglied Björn Hartmann zu diesem Thema – rassistisch. Es sei laut dem Ortswehrleiter von Lüge richtig, dass die Flüchtlinge nicht in dieser Region aufgenommen werden würden. Man müsse diesen Menschen Steine an die Füße ketten und sie versenken. Klebe schreitet daraufhin sofort ein und verbietet ihm das Wort. „Wir verbitten uns solche Aussagen. Wir prüfen seine Aussage seit und behalten uns vor, ein Disziplinarverfahren gegen Björn Hartmann einzuleiten“, sagt Norman Klebe am Donnerstagmorgen auf Volksstimme-Nachfrage.

Auch Angelika Muhabbek, Ortsbürgermeisterin von Fleetmark, ist entsetzt über diese Aussage. Sie selbst ist erst seit einigen Jahren in Deutschland. „Ich habe sonst nie von ihm solche Äußerungen gehört. Ich weiß, dass er kein Rassist ist. Ich bin trotzdem sprachlos.“

Was bringt also einen Mandatsträger dazu, der auch noch Chef einer Ortswehr ist, so was zusagen?

„Es war übereifrig von mir das zu sagen“, gibt Björn Hartmann am Donnerstagabend während eines Telefonats zu. Er sei, wie er selbst sagt, keineswegs rechtsorientiert. „Es ist einfach so, dass der Unmut der Bevölkerung von Tag zu Tag größer wird. Er habe  miterlebt, wie Wohnungen für Flüchtlinge eingerichtet werden. „Wo wir lange für Arbeiten müssen“, sagt Hartmann. Er erzählt, dass er der Meinung ist, dass es zu viele Ausländer sind, die momentan aufgenommen würden, er aber kein Rassist sei.