Bornsen/Drebenstedt l Das sprach sich am Freitag, 5. November, in Bornsen und Drebenstedt wie ein Lauffeuer herum: Zahlreiche Bäume an der Straße zwischen den beiden Orten wurden gefällt. „Wir wussten davon nichts, sind überrumpelt worden“, gab Lorenz Jäger gestern die Meinung der Einwohner wieder. Vor zwei Jahren hätten Bürger während einer Ratssitzung vorgesprochen und darum gebeten, dass das Großgrün in der Gemeinde geschützt werde. Damals habe Bürgermeister Carsten Borchert versprochen, dass es eine Information gebe, wenn Fällungen geplant seien. „Aber das ist nicht passiert“, machte Lorenz Jäger deutlich.

Während der Ratssitzung in der vergangenen Woche hätten Einwohner vorgesprochen und nach der Rechtmäßigkeit der Fällaktion gefragt. Der Bürgermeister habe auf eine Information während eines Seniorentreffens verwiesen und dass die Bäume die Straße schädigen würden. „Die Straße ist für Pferdefuhrwerke gebaut worden und nicht für tonnenschwere Laster. Jetzt den Bäumen dafür die Schuld zu geben, das finden wir nicht richtig“, sagte Lorenz Jäger und fügte hinzu: „Wir sind empört, dass solch eine Allee verlorengegangen ist.“

Bürgermeister Carsten Borchert verwies auf Volksstimme-Nachfrage auf die ziemlich angegriffene Straße zwischen Bornsen und Drebenstedt. Die Gemeinde sei seit Jahren mit dem Landkreis im Gespräch, dass diese Verbindung erneuert werden müsste. Das habe bislang nicht funktioniert. Da durch den Radwegbau Gladdenstedt-Nettgau als Ausgleichsmaßnahmen 40 neue Bäume zu pflanzen seien, sei der Rat einstimmig zur Entscheidung gekommen, acht alte Bäume, „die alle angegriffen waren, zur Hälfte hohl gewesen sind und nur einen halben Meter neben der Fahrbahn standen“, zu fällen.

Hochstammlinden werden gepflanzt

Dafür würden jetzt drei Meter vom Bordstein entfernt 14 Hochstammlinden gepflanzt, die dann eine Linie bilden würden. „Das trägt zu einem schöneren Ortsbild bei“, meinte der Bürgermeister. Über dieses Vorhaben habe der Rat vor einem Jahr einen einstimmigen Beschluss gefasst. Zudem habe er während einer Seniorenveranstaltung darüber informiert. „Da hat keiner was dagegen gesagt“, schilderte Carsten Borchert.

Die Dorfbewohner sind nicht damit einverstanden, dass der Rat ohne Prüfung das Fällen der Linden und Kastanien beschloss. „Ich habe heute mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem BUND in Magdeburg telefoniert. Der Sachverhalt wird jetzt geprüft“, sagte Lorenz Jäger am Mittwoch. Denn die Bornsener und Drebenstedter sind der Überzeugung, dass die Bäume nicht krank gewesen seien. Und diese Fällaktion mit dem Radwegebau in benachbarten Ortsteilen zu verquicken, das sei für sie nicht nachvollziehbar.