Salzwedel l Zu einer gottesdienstlichen Andacht fanden sich die Mitglieder des Teams der Notfallseelsorge und Krisenintervention im Altmarkkreis Salzwedel am Freitagabend in der Lorenzkirche zusammen. „Wir wollen heute das zehnjährige Bestehen unseres Teams feiern. Im November 2005 hatten wir es nach langem Suchen und Finden endlich geschafft, ein einsatzfähiges Team zu bekommen“, erzählte Angela Dittrich, Vorstandsvorsitzende des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Seitdem habe es 246 Einsätze gegeben, bei denen 646 Menschen Beistand erhalten haben. „Unser Team konnte diesen Menschen einen ersten Beistand geben und für sie da sein. Mit vollem ehrenamtlichen Engagement konnten wir viel bewegen. Immer wieder bekommen wir positives Feedback“, sagte Angela Dittrich.

Dank für den Mut der Ehrenamtlichen

Auch Superintendent Matthias Heinrich war voll des Lobes für die Arbeit der derzeit 24 Ehrenamtlichen. „Sie gehen hin, wo Menschen 1000 Fragen haben und leisten Erste Hilfe für die Seele. Danke, dass Sie den Mut haben, dahinzugehen, wo schreckliche Dinge passiert sind, wo Tränen fließen, wo plötzlich ein Mensch fehlt. Danke, dass Sie das kleine Saatkorn Hoffnung säen.“

Bilder

Sebastian Heutig, Chef des Polizeirevieres Altmarkkreis Salzwedel, erinnerte daran, dass auch die Polizei sehr stark von den Notfallseelsorgern profitiert. „Wir brauchen sie. Sie leisten etwas, das kaum in Worte zu fassen ist“, sagte er. Besonders beim Überbringen der Nachricht von Todesfällen, beispielsweise nach Verkehrsunfällen, sei man auf die Unterstützung der Ehrenamtlichen angewiesen.

Das Kriseninterventionsteam entstand am 1. November 2005. „Nach vielen Diskussionen und Debatten fanden sich der Kreisverband Salzwedel des DRK, der evangelische Kirchenkreis Salzwedel und der Altmarkkreis zusammen, um dieser wichtigen Aufgabe eine Grundlage zu geben“, berichtete Angela Dittrich.

DRK und Kirchenkreis übernahmen schließlich die Trägerschaft und kümmerten sich um die Ausbildung der Mitglieder. In einem 60-Stunden-Lehrgang konnten im selben Jahr die ersten ehrenamtlichen Helfer im Fachgebiet Notfallseelsorge geschult werden. Das nötige Rüstzeug erhielten sie von Thea Ilse aus Halle. Die Polizeinotfallseelsorgerin war am Freitagabend ebenfalls in die Lorenzkirche gekommen, um die Teammitglieder zu segnen.

„Unser Aufgabengebiet wird sich in den kommenden Jahren sicherlich verändern und erweitern“, sagte Pfarrer Silvio Scholz. Das hätten nicht zuletzt die Ereignisse der vergangenen Woche mit den Terroranschlägen in Paris gezeigt.

Nach der gottesdienstlichen Andacht feierten die Notfallseelsorger mit ihren Gästen bei einem kleinen Imbiss im katholischen Pfarramt an der Marienkirche.

Kontakt: Geschäftsstelle des DRK Salzwedel, Ackerstraße 24, 29410 Salzwedel; Telefon: 03901/8610