Salzwedel l Krippen, Kindergärten und Horte in Salzwedel sind so gut ausgelastet wie lange nicht. In den Einrichtungen des Eigenbetriebes Kindertagesstätten macht sich das auch finanziell bemerkbar: Statt 4,6 Millionen wird das Tochterunternehmen der Stadt im laufenden Kalenderjahr wohl 4,85 Millionen Euro Erlöse erzielen und damit 250 000 Euro mehr als geplant. Großen Anteil daran haben Mehreinnahmen aus Elternbeiträgen, die auf eine höhere Zahl von Kindern in den Einrichtungen zurückgehen.

„Wir sind voll“, sagte Eigenbetriebsleiterin Doris Gensch während der Sitzung des Betriebsausschusses am Dienstagabend. „Alle zur Verfügung stehenden Plätze sind belegt.“ Weitere Faktoren für das positive Ergebnis sind geringer ausfallende Personalkosten (wohl acht Prozent weniger als erwartet) und harte Sparmaßnahmen etwa bei der Beschaffung von Materialien.

Keine Dauerlösung

Wegen der angespannten Haushaltslage seien seit Juni alle Ausgaben des Eigenbetriebes auf dem Prüfstand gewesen, erklärte Gensch. Es sei dem Einsatz der Mitarbeiter zu verdanken, dass diese Maßnahmen durchgesetzt werden konnten.

Allerdings sei damit auch „das Ende der Fahnenstange erreicht“. Die Kitas hätten im ablaufenden Jahr vielfach von der Substanz gelebt. Irgendwann seien etwa Materialvorräte aufgebraucht. „Eine Dauerlösung kann das deshalb nicht sein“, so die Betriebsleiterin. Ihren kurzfristigen Zweck haben die Einsparungen dennoch erfüllt.

Defizit fällt geringer aus

Der Fehlbetrag des Eigenbetriebes fällt wegen gestiegener Einnahmen und Sparanstrengungen wohl deutlich niedriger aus als geplant. Statt 4,1 Millionen Euro wird das Defizit am Ende wohl nur 3,6 Millionen Euro betragen und damit 500 000 Euro weniger als veranschlagt.

Eine Tatsache, die am Dienstag auch Salzwedels kommissarischen Bürgermeister Andreas Vogel freute. „Das hilft uns sehr“, sagte Vogel mit Blick auf die Haushaltslage der Stadt. Diese muss das Defizit des Eigenbetriebes ausgleichen. Auch Vogel bedankte sich bei den Betriebs-Mitarbeitern für deren Sparbemühungen.

Zurück zur Vollbelegung: Eltern müssen bei rechtzeitiger Anmeldung auch jetzt nicht mit längeren Wartezeiten rechnen. Probleme gebe es lediglich bei Eltern, die kurzfristig noch einen Platz für ihre Kinder brauchen, sagte Doris Gensch. Laut geltender Satzung sollten Eltern Krippenkinder spätestens vier Monate vor Inanspruchnahme anmelden, Kindergartenkinder spätestens nach Vollendung des zweiten Lebensjahres und Hortkinder zeitgleich mit der Anmeldung zur Schule.

Der Renner unter den Kitas der Stadt ist übrigens das Kinder-Eltern-Zentrum (KEZ) Siebeneichen. Gründe sind laut Eigenbetrieb die junge Bevölkerungsstruktur im Wohngebiet und die gute Arbeit in der Kita. Im KEZ könne der Erstwunsch der Eltern bei der Auswahl der Einrichtung nicht immer berücksichtigt werden, sagte Doris Gensch. Aber in einem solchen Fall suche der Eigenbetrieb mit den Eltern nach geeignetem Ersatz.