Fahrendorf l „Mit den wenigen finanziellen Mitteln, die uns zur Verfügung standen, haben wir viel erreicht“, urteilte Dähres Bürgermeister Harald Heuer während der letzten Ratssitzung des Jahres 2015 in Fahrendorf. Und es sei gelungen, den Schuldenstand abzubauen. Am 1. Januar 2005 seien es noch 1,835 Millionen Euro gewesen. Zum 31. Dezember 2015 würden es 808  000 Euro sein. Das bedeute aktuell im Schnitt 538,58 Euro Schulden je Einwohner, verdeutlichte er. „Wir haben gemeinsam gespart und Zuschüsse vom Land erhalten, so dass wir die Schulden abbauen konnten“, erklärte Harald Heuer den nicht unwesentlichen Rückgang innerhalb von elf Jahren.

Er erinnerte an Geschaffenes in den vergangenen Jahren: Im Jahr 2000 sei die Ortsdurchfahrt in Dähre ausgebaut worden. Im Jahr 2001 sei aus einer Investruine eine moderne Kindertagesstätte entstanden, in der sich die „Waldfrüchtchen“ wohl fühlen. Zwei Jahre später habe Siedendolsleben von der Dorferneuerung profitiert. Im gleichen Jahr sei das neue Gerätehaus in Dähre gebaut worden. Die ländlichen Wege Lagendorf-Winkelstedt, Fahrendorf-Hohenböddenstedt sowie der Ursula-Starke-Weg von Hohendolsleben nach Dähre seien neu befestigt worden. In diesem Jahr sei die Verbindung Wendischhorst-Hohendolsleben ausgebaut worden. Die Erschließung des Baugebietes in Dähre habe im Jahr 2008 begonnen und sei in den Jahren danach fortgesetzt worden.

Investiert worden sei auch in den Regenwasserkanal in Schmölau sowie die Straßenbeleuchtung in Eickhorst und Lagendorf, nannte Harald Heuer weitere Beispiele. In Sachen Finanzen sei Kämmerin Dorlis Reimann immer eine gute Ansprechpartnerin gewesen, bedankte er sich. „Die Projekte alle zu schaffen, das hat nur funktioniert, weil wir im Rat gut zusammengearbeitet haben“, urteilte er. Der Erhalt des Waldbades als größtes Problem sei dadurch möglich geworden, weil sich ein Förderverein gegründet habe. „Sonst wäre das finanziell nicht machbar“, sagte der Bürgermeister. Er dankte den Vereinen und Dorfklubs für ihr Engagement. „Da sind andere Gemeinden richtig neidisch auf uns, weil es so gut funktioniert“, merkte Harald Heuer an.

Dorfgemeinschaftshäuser verkauft

Eine schwere Entscheidung sei es gewesen, die Dorfgemeinschaftshäuser in Schmölau, Holzhausen und Kortenbeck zu verkaufen. „Aber es war gut so“, merkte er an. Gut sei auch gewesen, den NP-Markt nach Dähre zu holen. Er sei eine gute Bereicherung.

Etwas traurig sei er schon, gestand Harald Heuer, dass er es nicht geschafft habe, einen neuen Hausarzt für Dähre zu erwärmen. „Ich hoffe immer noch, dass es mal klappt“, fügte er hinzu. Der Bürgermeister, der noch bis 8. Januar 2016 im Amt ist, wünschte sich von den Ratsmitgliedern: „Bleibt alle bei der Stange und der Gemeinde treu.“

Christiane Lüdemann, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf, erinnerte daran, dass Harald Heuer bereits vom 3. November 1999 bis zum 1. Juni 2005 die Amtsgeschäfte geführt hatte, bevor er die Aufgabe im Januar 2009 erneut übernahm. Die vergangenen sieben Jahre seien eine Herausforderung an den Bürgermeister gewesen, fielen sie doch in die Wirren der Gebietsreform. „Aus 7 Ortsteilen wurden 17“, machte sie die Dimensionen deutlich. Eine komplett neue Struktur musste aufgebaut werden.

Zeit für ein Käffchen

„Der Bürgermeister ist als Bürger einerseits Gleichgesinnter, als Meister andererseits derjenige, der Entscheidungen treffen muss. Letzteres ist nicht ganz einfach“, sagte Christiane Lüdemann. Sie urteilte, dass es nicht so viele Bürgermeister wie Harald Heuer gebe, die so oft in der Verwaltung zu Gast gewesen seien, um Fragen zu klären. „Und du hattest auch mal Zeit für ein Käffchen“, sagte sie und fügte hinzu: „Ich habe sehr gern mit dir zusammengearbeitet.“

Michael Olms, der am 9. Januar 2016 die Amtsgeschäfte übernehmen wird, lobte, dass Harald Heuer mit den Ratsmitgliedern immer versucht habe, eine effektive Lösung für die Gemeinde zu finden, „auch wenn Einzelinteressen zurückgesteckt werden mussten“. Gut angekommen sei seine „Art der leisen Möglichkeiten für die Gemeinde“. Damit meinte er unter anderem, dass Harald Heuer die Rentner aus der Gemeinde mit dem Bus kostenlos zu Veranstaltungen gefahren habe. „Schön wäre es, wenn sich das fortsetzen ließe“, wünschte sich Michael Olms. Er überreichte Harald Heuer gleich zwei Blumensträuße, einen davon für dessen Frau Roswitha, die unterstützend mitgeholfen habe. Neben einem kleinen Geschenk gab es auch ein Foto vom „Sorgenkind“, dem Dährer Waldbad.

Harald Heuer versicherte entgegen anderslautender Gerüchte, dass er weiter ein Dährer Bürger bleiben werde und nicht plane wegzuziehen.