Salzwedel (me) l Der zehnjährige Raiss Yassin aus Syrien ist stolz. Nach einer Woche Sprachunterricht kann er bereits das deutsche Alphabet aufsagen. Er besucht einen Kurs der Berufsbildungsakademie „Altmark“. Auch Ali Omar lernt dort Deutsch. Er spricht bereits vier Sprachen – griechisch, arabisch, türkisch und kurdisch. Die Bildungsakademie ist einer von sieben Trägern, die derzeit Sprachkurse in der Altmark anbieten, die seit Anfang November von der Agentur für Arbeit gefördert werden. Zunächst werden Sprachkenntnisse vermittelt, die für das Beherrschen von Alltagssituationen wichtig sind. „Die Sprachförderung ist der erste Schritt für eine Integration in den Arbeitsmarkt“, sagt Markus Nitsch, Leiter der Stendaler Arbeitsagentur.

Geflüchtete Männer und Frauen, die aus Syrien, Eritrea, Iran und Irak kommen und damit Aussicht auf einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland haben, profitieren in erster Linie von dem Programm. Aktuell laufen 17 Sprachkurse, an denen rund 320 Männer, Frauen und Kinder teilnehmen. Noch bis zum 31. Dezember können solche geförderten Angebote aufgelegt werden.

„Die Sprachkurse werden sehr gut angenommen. Die Männer und Frauen sind hoch motiviert, höflich und pünktlich. Wir merken, dass sie unbedingt die deutsche Sprache lernen wollen“, sagt Manfred Zimmer, Geschäftsführer der Berufsbildungsakademie. Dem kann auch Achim Lippert, Lehrer an der Akademie, nur zustimmen. „Der Unterricht macht sehr viel Spaß“, sagt er. Die Wissbegierde der Teilnehmer sei groß. Lippert ergänzt: „Bewusst haben wir uns auch für die Teilnahme der Kinder entschieden. Sie lernen schneller als ihre Eltern und können sie so zusätzlich zum Unterricht noch unterstützen.“

Ausländeranteil gering

Dass der Arbeitsmarkt auch ausländische Arbeitnehmer braucht, belegen Zahlen. Im März dieses Jahres waren altmarkweit 869 ausländische Arbeitnehmer beschäftigt. Das war zum Vorjahr eine Steigerung von 178 Personen. Der Ausländeranteil an allen Beschäftigten ist in der Altmark aber gering. Aktuell liegt er bei 1,4 Prozent. Der Bundesschnitt beträgt 8,9 Prozent. „In Anbetracht vieler freier Lehrstellen, wachsender Fachkräftebedarfe und alternder Belegschaften sollten wir uns mehr über die Chancen unterhalten, die die Geflüchteten für die Region bringen“, sagt Nitsch. Am Engagement für Langzeitarbeitslose ändere das nichts.