Salzwedel l Nach getaner Arbeit saßen sie auf der Schulbank. An zehn Wochenende, jeweils freitags und sonnabends, absolvierten die 13 Männer und Frauen aus 5 Unternehmen den Lehrgang nach der Ausbildereignungsverordnung, kurz AEVO. „Es war wirklich viel zu lernen. Nur zuzuhören reichte nicht aus“, resümiert Teilnehmer Norbert Hartmann. Der Betriebsleiter des Schmierstoffherstellers Carl Bechem GmbH will die Ausbildung am Standort in Mieste auf breitere Füße stellen. 76 Mitarbeiter sind in dem Unternehmen tätig, darunter 5 Auszubildende als Chemikant und Laborant.

Zusammen mit künftigen Ausbildern aus anderen Unternehmern (siehe Info-Kasten) lernte Norbert Hartmann in den zurückliegenden Wochen, welche rechtlichen Grundlagen während der Ausbildung zu beachten sind und wie eine erfolgreiche Ausbildung mit motivierten Jugendlichen geplant und umgesetzt wird. „Das ist der wichtigste Abschnitt“, so Achim Dehne von der Sparkasse Altmark West, der mit Katja Schönefeld im Lehrgang als Dozent fungierte.

Zwei Prüfungen

Ein weiterer Abschnitt beschäftige sich mit den Jugendlichen in ihrer Entwicklung. „Es handelt sich schließlich um junge Menschen in der Pubertät. Die können schon mal eher zum Risiko neigen oder auch mal schwer verliebt sein. Das muss ein Ausbilder auch wissen“, so Achim Dehne weiter.

Am Ende des Lehrgangs standen eine schriftliche und eine mündliche Prüfung. „In der schriftlichen Prüfung ging es um Entscheidungsszenarien. Letztlich mussten Gesetze und Situationen richtig interpretiert werden“, beschreibt Norbert Hartmann. Die Prüflinge mussten 70 Fragen beantworten, für die es jeweils fünf bis sechs Antwortmöglichkeiten, darunter meist drei richtige gab. „Drei Stunden lang war höchste Konzentration gefordert“. erinnert sich Norbert Hartmann.

Verantwortung

Erheblich kürzer, dafür intensiver, war die mündliche Prüfung, in der vor den Prüfern eine komplette Lehrunterweisung in 15 Minuten erfolgen musste. Vor den Prüfungen habe er schon Lampenfieber gehabt, bekannte Norbert Hartmann. Aber immerhin seien derartige Szenarien während des Lehrgangs auch geübt worden.

André Rummel, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer in Salzwedel, wies während der feierlichen Zeugnisübergabe auf die besondere Verantwortung und Vertrauensposition der Ausbilder hin, sowohl gegenüber der Geschäftsführung des jeweiligen Unternehmens als auch gegenüber den Auszubildenden. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sei es wichtig, kontinuierlich junge Menschen in die duale Ausbildung zu bringen. Die Lehrgangsinhalte seien dazu wichtige Bausteine gewesen, stimmte Norbert Hartmann zu. „Ich bin froh, dass ich das noch einmal verinnerlichen konnte.“

Prinzipiell sei es auch möglich, die Prüfung abzulegen, ohne zuvor am Lehrgang teilgenommen zu haben, reagierte André Rummel auf entsprechende Nachfragen. „Das haben bislang erst wenige probiert, und wir raten eigentlich davon ab.“ Den neuen Ausbildern gab Rummel noch ein Kompliment mit auf den Weg: „Sie waren angenehme Prüflinge.“