Salzwedel l Erst am 11. Dezember war der Salzwedeler Bahnhof bei einer Versteigerung des Auktionshauses Karhausen in Berlin für 50 000 Euro verkauft worden. Jetzt wurden erste Einzelheiten zum neuen Besitzer bekannt.

Käufer hat Einsicht in Studie beantragt

Wie die Volksstimme gestern erfuhr, handelt es sich bei dem Käufer um einen vom Rathaus als seriös bewerteten auswärtigen Investor.

Der neue Eigentümer hat die Verwaltung bereits gebeten, Einsicht in eine Machbarkeitsstudie nehmen zu dürfen. Diese hatte die Stadt mit finanzieller Unterstützung der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (Nasa) GmbH im vergangenen Jahr erstellen lassen (wir berichteten). Über alles weitere haben Stadt und Käufer vorerst Stillschweigen vereinbart.

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Die Machbarkeitsstudie sah nach dem Kauf des Gebäudes durch die Stadt eine umfangreiche Sanierung im finanziellen Rahmen von rund einer Million Euro und die anschließende Vermietung an Gewerbetreibende vor. Zum Szenario der beauftragten Berliner Architekten gehörten unter anderem ein Back-Shop, ein Kiosk und eine Radstation. Nach Informationen aus Kreisen der Salzwedeler Händler hatte damals mindestens ein Gewerbetreibender aus Salzwedel Interesse an einer Einmietung im Bahnhof signalisiert.

Schandfleck könnte verschwinden

Stadt und Fraktionen dürften nun darauf hoffen, dass der neue Bahnhofs-Besitzer zumindest ähnliche Pläne für das Gebäude verfolgt. Angesichts von durchschnittlich 710 Fahrgästen täglich wäre ein wirtschaftlicher Betrieb laut Studie bei guter Vermietung zumindest möglich.

Neben Politik und Verwaltung müsste allerdings auch die Nasa der Einsichtnahme in die Studie zustimmen. Mit einem Anteil von 16 000 Euro hatte die Nasa immerhin den Löwenanteil des Geldes für die Machbarkeitsstudie beigesteuert. Der Eigenanteil der Stadt lag bei 4000 Euro.

Bewegung gibt es auch an der Abriss-Ruine des alten Restaurants „Stoffregen“ gegenüber dem Sitz der Industrie- und Handelskammer (IHK) an der Altperverstraße 17. Hier gebe es einen Investor aus der Region, hieß es dazu am Montag auf Nachfrage aus dem Rathaus. Dieser wird seine Pläne voraussichtlich im nächsten Stadtrat der Öffentlichkeit vorstellen. Der Rat soll anschließend über die Pläne abstimmen. Der Landkreis hatte das lange leerstehende und zuletzt vom Einsturz bedrohte Gebäude aus Sicherheitsgründen bereits im Sommer 2013 per Ersatzvornahme teilweise abreißen lassen. Das Unternehmen, dem das Gebäude gehörte, hatte zuvor Insolvenz angemeldet.