Salzwedel l Die Haushalte in den Einheitsgemeinden Gardelegen und Salzwedel mit ihren Ortsteilen sowie die Kernstadt Kalbe erhalten zum 1. Januar 2017 die Biotonne. Das haben die Kreistagsmitglieder am Montagabend beschlossen. Wer einen Eigenkompostierung seiner biologischen Abfälle vorzieht, braucht die Tonne nicht zu nehmen, muss aber der Abfallbehörde nachweisen, dass er dazu in der Lage ist. Der Abfuhrrhythmus soll 14-tägig sein. Als Behältergröße sind 120-Liter-Tonnen vorgesehen. Beides sei die wirtschaftlichste Variante. Umweltamtsleiterin Katrin Pfannenschmidt hatte dies zuvor anhand von umfangreichem statistischen Zahlenmaterial dargestellt. Wer eine 240-Liter-Tonne brauche, könne auch diese erhalten. Die Abfuhr des Bio-Mülls soll in den genannten Gebieten mit einem Fahrzeug bewältigt werden.

Der Kreistag habe zunächst einen Grundsatzbeschluss gefasst, erklärte Landrat Michael Ziche. Endgültig werde die Einführung der Bio-Tonne erst mit dem Beschluss des Abfallwirtschaftskonzept. Verpflichtet sei der Kreis laut EU-Gesetzgebung dazu eigentlich seit 2015. „Wir haben uns bisher so durchgeschlagen und kommen nicht umhin zu handeln“, betonte Ziche. Es sei versucht worden, ein dem ländlichen Raum angepasstes moderates Modell zu entwickeln. In den Testgebieten soll beobachtet werden, wie es sich in der Praxis bewährt.

Gesetz müsste kommen

Diskutiert wurde wie auch schon in den Ausschüssen über die Freiwilligkeit des Anschlusses. In der Beschlussvorlage wurde deshalb der Begriff wahlweise gewählt. Kreistagsmitglied Hans-Jörg Krause befürchtete Bürokratie und eventuell Gebühren auf jene Bürger zukommen, die eine Eigenkompostierung vorhalten. Mandy Zepig von der SPD-Fraktion kürzte die Diskussion ab: „Wir müssen die Biotonne auf gesetzlicher Grundlage einführen, und wer selbst kompostieren kann, darf dies tun“, sagte sie. Bei drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen passierte die Vorlage den Kreistag.