Dähre l Einfach mal den „Schneewalzer“ spielen, wenn Ende April ein paar Schneeflocken vom Himmel fallen. Oder ein Ständchen, einfach so: Gerald „Schere“ Eggert aus Dähre hat das möglich gemacht, weil er die Musik abgöttisch liebte. Am 22. September hat sein Herz für immer aufgehört zu schlagen. Er wurde nur 73 Jahre.

Dabei wollte er gern 100 Jahre Musik machen, wie er einst in einem Gespräch mit der Volksstimme durchblicken ließ. Sein Credo: „Wenn du Musik machst, muss das von Herzen kommen. Nur so springt der Funke auf die Zuhörer über.“ Genau das haben die Zuhörer gespürt. So erschuf Gerald „Schere“ Eggert – der Spitzname rührt wohl aus Kindergartenzeiten her – die Hohengrieben-Hymne, seine ganz persönliche Sicht auf ein kleines Dorf, das am Zelttanz-Wochenende um das Hundertfache der Einwohnerzahl „wächst“. Eine eingängige Musik zum Schunkeln, dazu ein Text, in dem er Details liebevoll zur Geltung kommen lässt.

Flotte Sprüche werden fehlen

Der Dährer Vollblutmusiker war ein Garant für gute Laune, Musik sein Lebenselixier. Mit seinen Musikerkollegen auf der Bühne zu stehen, beim Einheitsfest in Höddelsen aufzuspielen, in Kortenbeck Adventsmusik darzubieten, den Senioren beim musikalischen Nachmittag im Dährer Waldbad wie erst vor einigen Wochen unterhaltsame Stunden zu bereiten: Diese und viele andere Auftritte werden in guter Erinnerung bleiben. Doch eines wird künftig fehlen: der flotte Spruch von „Schere“, der gute Laune gemacht hat.