Salzwedel l Funktioniert die Mobilität in Gebieten mit weniger als 150 Einwohnern pro Quadratkilometer? Das wollte der ADAC wissen und befragte 3400 Einwohner ländlicher Gemeinden in zwölf Bundesländern. Die laut ADAC repräsentativ ausgewählten Interviewpartner aller Altersstufen von 15 Jahren an gaben Auskunft darüber, wie gut sie ihre Ziele mit Auto, Bus und Bahn, Fahrrad oder zu Fuß erreichen. Das Ergebnis: Spitzenreiter ist das Land Sachsen-Anhalt. Dort sind die meisten Einwohner zufrieden mit dem Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs.

In der neuesten Ausgabe der ADAC Motorwelt wird die Personenverkehrsgesellschaft (PVGS) vorgestellt. 329 Ortschaften zählt der Altmarkkreis auf einer Fläche von der Größe des Saarlands. Und alle Orte sind an den Rufbus angebunden, der alle zwei Stunden zu festen Zeiten kommt – sofern er telefonisch vorbestellt wurde. Und zwar von morgens um fünf Uhr bis abends um 22 Uhr. „Besorgungsfahrten, Besuche, Arzttermine oder Ausflüge sind immer zuverlässig und pünktlich mit uns möglich“, wird PVGS-Geschäftsführer Roland Lehnecke von den beiden Autoren, Christoph Eicher und Thomas Paulsen, zitiert.

System funktioniert

Das System funktioniert, weil zwei Bahnstrecken und acht von Kreis und Land betriebene Buslinien immer fahren. Laut Netzmanagerin Diana Woll von der PVGS, bilden sie das „Grundgerüst, in das unser engmaschiges Rufbusnetz mit 80 Linien eingehängt ist“. Dadurch, dass der Rufbus zu festgelegten Zeiten komme, werden Anschlüsse zuverlässig erreicht – sowohl bei der Hin- als auch bei der Rückfahrt. „Gerade weil wir dünn besiedelt sind, müssen wir es tun“, macht Lehnecke deutlich. Das sei zudem auch ein Angebot gegen die Abwanderung aus den Dörfern.

Der Erfolg gibt der kreiseigenen PVGS recht. „Zählte der Vorgänger-Rufbus karge 2800 Fahrgäste pro Jahr, so stieg deren Zahl seit dem Start des neuen Netzes vor zehn Jahren auf inzwischen 82 000 – das sind 30-mal so viele“, bilanziert der ADAC unter der Überschrift Sicher & Mobil.

Dass das Verkehrsunterneh- men mit Sitz in Salzwedel mehr Geld als andere bekommt, verneint Lehnecke. „Wir haben einfach viel nachgedacht, in der Gegend viel nachfragt. Und dann gemacht.“