Afrikas Stärke ist die Lebensfreude seiner Menschen 190 Schüler der Lessingsekundar-, Comenius- und Pestalozzischule absolvierten erstmals gemeinsamen Projekttag

Von Alexander Walter

Afrikanisches Flair herrschte gestern in Räumen der Salzwedeler Lessing-Sekundarschule. 190 Schüler der Lessing-, Comeniusschule und der Pestalozzi-Förderschule beschäftigten sich mit den Sonnen- und Schattenseiten des heißen Kontinents.

Salzwedel l Daniel Sarpong ist unzufrieden. Trommeln, das heißt für ihn Leidenschaft, Hingabe. Die Schüler, die der Ghanaer heute anleitet, zeigen ihm bislang zu wenig davon. "Ihr müsst euch zum Rhythmus bewegen und lächeln", ruft er energisch in die Runde. Dann gibt er noch einmal das Startzeichen. Die etwa 40 Schüler der sechsten und siebenten Klassen der Salzwedeler Lessing- und Comeniusschule hauen auf die Felle der Trommeln. Diesmal klappt es schon viel besser. Durchdringend laut, aber im gleichen Rhythmus hallt der Klang ihrer Instrumente durch die Turnhalle der Lessing-Sekundarschule.

Die Schüler lassen sich jetzt auf die Rhythmen ein, plötzlich scheinen sie Spaß am Spielen der fremden Instrumente zu finden.

Zum ersten Mal hat die Salzwedeler Lessing-Sekundarschule gestern gemeinsam mit der Comenius- und der Pestalozzi-Förderschule einen gemeinsamen Projekttag veranstaltet. Thema des Workshops war Afrika. An insgesamt vier Stationen lernten die rund 190 teilnehmenden Jugendlichen dabei hautnah Tänze, Gesänge und Kultur des zweitgrößten Kontinents kennen.

Doch der Projekttag zeigte den Jugendlichen nicht nur die Sonnenseiten Afrikas. Bei einem Vortrag erfuhren die Schüler auch von Armut und Umweltverschmutzung, von der blutigen Vergangenheit Afrikas und der unrühmlichen Rolle, die Europäer und Amerikaner dort spielten und immer noch spielen.

"Wir wollen ein Bewusstsein für die Probleme in Afrika schaffen"

Werner Lieberknecht, Koordinator des Vereins Black and White

Lena Meyer, Schulsozialarbeiterin an der Salzwedeler Pestalozzischule, informierte über den Hintergrund des Workshops, der von dem Verein Black and White angeleitet wurde. Ziel sei es, den Schülern das scheinbar so ferne Afrika ein Stück näher zu bringen. Aber die Begegnung der Schüler verschiedener Schulformen solle auch dazu beitragen, dass die Jugendlichen untereinander Vorurteile abbauen.

"Mit unserer Arbeit wollen wir ein Bewusstsein für die Schönheit der afrikanischen Kultur, aber auch für die Probleme in Afrika schaffen", ergänzt, Werner Lieberknecht, Koordinator des Vereins Black and White.

Und das Ziel schien bei einigen Schülern wohl erreicht worden zu sein. "Am besten fand ich den Vortrag, der war wirklich ein Kulturschock. Wenn ich erwachsen bin, werde ich in jedem Fall versuchen den Afrikanern zu helfen", sagte etwa Sechstklässler Michael Glauwitz.