Salzwedel l Der Equal Pay Day (EPD) markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Zwar war der Tag rechnerisch bereits vorbei. Doch in Salzwedel, das sich erstmals – initiiert durch die Projektgruppe „Gemeinsam gegen Gewalt“ – an dieser Aktion beteiligte, wurde auf dem Rathausturmplatz bei Kaffee und Kuchen zum kommunikativen Austausch eingeladen.

Dabei sei es nicht darum gegangen, von der Bühne aus in eine anonyme Menge zu reden; vielmehr standen Gespräche im Vordergrund. Zu Minijobs, Teilzeit und den Chancen auf- zustocken bis hin zu einer existenzsichernden Vollzeitbeschäftigung. Laut Statistischem Bundesamt betrug die Lohnlücke in Deutschland ge- messen am Durchschnittsbruttostundenlohn 21 Prozent (2016). Umgerechnet ergeben sich 77 Tage (21 Prozent von 365 Tagen). Ein roter Tisch diente als Symbol für die roten Zahlen im Portemonnaie.

„Glücklicherweise ist heute der Wind nicht so kalt“, sagte Marita Runge, die Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Salzwedel. Zwar herrschte Sonnenschein, trotzdem war es empfindlich frostig. Doch davon ließen sich die Salzwedeler nicht abschrecken und waren auf den Rathausthurmplatz gekommen. Dabei gab es neben Kaffee und Zuckerkuchen auch Informationen von der Agentur für Arbeit, die sich vor allem mit der Wiedereingliederung von Frauen in die Berufswelt befasste.

Mit Blick auf gleiche Bezahlung von Mann und Frau sagte Runge, dass das Problem im Öffentlichen Dienst nicht gravierend sei, weil die Gehaltsgruppen und Einstufungen vorgegeben seien. Trotzdem sei es wichtig, auf die ungleiche Behandlung der Arbeitnehmer hinzuweisen.

Dieser Meinung ist auch Janin Schlieker vom Verein Miß-Mut, der Beratungsstelle für Opfer häuslicher Gewalt. Sie appellierte an die Frauen, sich für eine gleiche Bezahlung einzusetzen. Schließlich handele es sich um ein Problem, das sich bereits durch Generationen zieht. Es sei notwendig, dass Frauen für ihre zu leistende Arbeit genauso honoriert werden wie ihre männlichen Berufskollegen.

Das komme auch Partnerschaften entgegen, die mit den Einkommen ein Auskommen haben müssen. Schlieker machte deutlich, dass es wichtig sei, auch in ländlichen Gebieten auf die Situation der Frauen hinzuweisen. Denn das Problem sei nicht nur in den größeren Städten vorhanden. Dies sei mit ein Grund, warum der Aktionstag in Salzwedel begangen wurde.