Salzwedel l Ein 40-Jähriger hatte im August 2016 eine Gartenparzelle erworben. In der Anklage wird ihm vorgeworfen, dies mit dem Wissen getan zu haben, die nötigen 1000 Euro nicht zahlen zu können. Im folgenden Jahr wurde nur ein Betrag von 200 Euro überwiesen, bis der Verkäufer schließlich im August diesen Jahres Anzeige erstattete. Richter Hüttermann zeigte sich überrascht. „Üblicherweise landen solche Fälle nicht vor dem Strafgericht“, sagte er. Der Beschuldigte gestand seine Schuld ein. Auf Nachfrage, warum er nicht in kleinen Raten zahlen wollte oder konnte, war der seit einem Jahr Arbeit suchende Salzwedeler selbst ratlos. Dem Gericht lagen Kontoauszüge aus 2016 vor, auf denen Einkünfte von mehr als 1000 Euro zu erkennen waren.

Inzwischen habe sich der Angeklagte finanzielle Hilfe bei seinem Bruder geholt, der sowohl die restlichen 800 Euro, als auch die Anwaltskosten des Gartenverkäufers trug. Weil der 40-Jährige noch keinerlei Vorstrafen hatte, entschied sich Hüttermann für eine vorläufige Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage. Der Salzwedeler, der heute noch den Garten nutzt, muss insgesamt 200 Euro, über vier Monate, in 50-Euro-Raten zahlen.

Geld geht an das Frauenhaus

Der vorherige Gartenbesitzer, der zusätzlich als Zeuge hätte aussagen können, verzichtete auf den Betrag. Dieser solle stattdessen gespendet werden und zwar an das Frauenhaus Salzwedel, entschied das Gericht. Sollte der verurteilte Mann den Betrag nicht überweisen, wird das Verfahren wieder aufgenommen. Dann könnte eine vier- bis fünffach höhere Strafe als die jetzige drohen.