Zählung

Verkehrsteilnehmer im Perver

21. Juli, 13 bis 14 Uhr

Pkw und Transporter: 247

Lkw: 2

Bus: 2

Fahrräder: 18

Motorräder: 11

24. Juli, 13 bis 14 Uhr

Pkw und Transporter: 398

Lkw: 2

Bus: 2

Fahrräder: 14

Motorräder: 12

Die Zahlen beruhen auf der Zählung von Anwohner Bernd Burkhardt in der St.-Georg-Straße von Salzwedel.

Salzwedel l Die St.-Georg-Straße in Salzwedel hat sich zum Einfalltor in das Stadtzentrum entwickelt. Hinter den parkenden Autos staut sich der Verkehr. Die Straße zu überqueren kann mitunter gefährlich sein. „Ich komme da gar nicht rüber“, sagt Anwohner Bernd Burkhardt. Der Salzwedeler ist gehandicapt und kann die Straße mit seinem Rollator nicht im Eiltempo überqueren. „Es ist extrem geworden.“ Gerade am Morgen kommt er nicht über die Straße, um die Bushaltestelle zu erreichen. Doch der Perveraner muss dreimal in der Woche zum Bus, um zum Arzt zu fahren oder einzukaufen.

Um seine Erfahrungen zu dokumentieren, hat Bernd Burkhardt die Verkehrsteilnehmer am 21. Juli und 24. Juli jeweils von 13 bis 14 Uhr gezählt. Allein 398 Autos und Kleintransporter fuhren am Freitag, 24. Juli, an seiner Wohnung vorbei. Dazu noch Lkw, Busse und Motorräder. „Wir ersticken in den Abgasen.“ Das Fenster muss im Sommer geschlossen bleiben.

Zebrastreifen als Wunsch

Doch das größere Problem bleibt die Gefahr für ihn und weitere schwächere Verkehrsteilnehmer. „Für die Radfahrer ist es auch sehr gefährlich.“ Die müssten zwischen den parkenden Autos „springen“ und werden dabei teils dicht überholt. Auch für Grundschüler und deren Eltern wären das erschwerte Bedingungen – wenn die Schule nicht gerade jetzt saniert würde und der Unterricht an einem anderen Ort stattfinden würde.

„Ich wünsche mir einen Zebrastreifen“, so Burkhardt. Zwischen der Perver Grundschule und noch vor der Kurve. Während Burkhardt erzählt, versucht gerade eine Seniorin, mit ihrem Rad über die Straße zu kommen. Auch sie muss geduldig warten, fasst dann aber den Mut und schiebt ihren Drahtesel auf die andere Straßenseite.

Vom Verkehr genervt

„Der Verkehr hat erheblich zugenommen“, befindet auch Anwohner Volker Lahmann. In Wellen schwappe der Verkehr in die enge Straße. Nur die parkenden Autos würden den fließenden Verkehr etwas verlangsamen. „Es war mal eine Einbahnstraße – deshalb bin ich 1997 dorthin gezogen“, erzählt Lahmann. Doch das ist längst Geschichte. Nun sitzt Volker Lahmann nur hinter seinem Haus, anders sei es nicht zu ertragen. „Viele Anwohner sind vom Verkehr genervt.“

Gerade zwischen der Schule und der Perver-Kirche sei es problematisch, berichtet er und hat damit die gleiche Stelle im Auge wie Bernd Burkhardt. „Wenn die Pfadfinder vom Kirchengelände laufen, ist das lebensgefährlich“, mahnt Volker Lahmann, der derzeit seine Enkelkinder zu Besuch hat. Mit diesen fahre er gerne Rad. Doch einfach das Grundstück verlassen und radeln sei zu gefährlich. „Da muss man höllisch aufpassen.“

Grundsätzlich sei es als Radfahrer in Salzwedel nicht einfach. Die Priorität liege aus seiner Sicht zu sehr bei den Autofahrern. „Radfahrer und Fußgänger haben auch Rechte.“ Es müsse ein Paradigmenwechsel stattfinden – von motorisierten Fahrzeugen auf Radler.

Polizei kontrolliert

„Durch die Sperrungen aufgrund von Bauarbeiten im Bereich des Kreisverkehrs Schillerstraße verlagert sich der Verkehr auf die umliegenden Straßen. Viele Fahrzeugführer nutzen daher auch die Sankt-Georg-Straße im Perver, um die Sperrung zu umfahren“, heißt es aus dem Salzwedeler Polizeirevier. Die Beamten würden, wie in der Vergangenheit auch, den Bereich kontrollieren.

Seit der Umleitung hätten sich im Nahbereich in der St.-Georg-Straße zwei Unfälle ereignet. Franziska Hotopp, Sachbearbeiterin für Zentrale Aufgaben bei der Polizei, bezweifelt aber, dass die Unfälle mit der Umleitung aufgrund der Straßensanierung der Bundesstraße im Zusammenhang stehen.

Die Polizeibeamtin rät den Autofahrern in Salzwedel: „Kraftfahrer sollten die vorgeschriebenen Umleitungsstrecken nutzen oder, wenn möglich, den Bereich Schillerstraße/Ernst-Thälmann-Straße/Brückenstraße weiträumig umfahren.“