Salzwedel l Böse Überraschung für die Jugendlichen, die beim Verein Miteinander eine Ausbildung als Berater für ein diskriminierungsfreies und demokratisches Lernumfeld absolvieren: Das Buswartehäuschen an der Käthe-Kollwitz-Straße, das sie Ende Dezember unter dem Motto „Alle anders - alle gleich“ gestaltet hatten, ist von bislang unbekannten Tätern beschmiert worden.

Die Jugendlichen, die an den Berufsbildenden Schulen ihre Berufsausbildung absolvieren, hatten die Schmierereien wohl am ersten Schultag nach den Ferien zum Jahreswechsel entdeckt, so Mirko Wolff vom Verein Miteinander. Mit ihren bunten Graffitis riefen die Jugendlichen zu Toleranz und dazu auf, Probleme dieser Welt gemeinsam zu lösen. Zuvor waren die Holzwände des Buswartenhäuschens mit rechten Schmierereien bedeckt.

Erfahrungen

Jetzt sind die Graffitis mit schwarzen Kritzeleien und dem Schriftzug „Multikulti tötet euch“ beschmiert worden. „Das ist ärgerlich, vor allem für die Jugendlichen, die viel Zeit und Kreativität in das Projekt investiert hatten“, so Mirko Wolff. Aufgrund seiner Erfahrungen in den zurückliegenden Jahren ist er von den Schmierereien nicht sehr überrascht. An der Jeetzeschule habe es auch mehrerer Anläufe bedurft, bis das Graffito so blieb, erinnert er sich. Wie es im Falle des Buswartehäuschens an der Käthe-Kollwitz-Straße weitergeht, solle mit den Jugendlichen im Rahmen ihrer weiteren Ausbildung besprochen werden. Wegen der Schmierereien wolle die Stadt Salzwedel Anzeige erstatten.

Diese liegt bei der Polizei in Salzwedel zwar noch nicht vor, so Sprecherin Diana Banschus. Grundsätzlich bringe die Stadt Salzwedel jede Schmiererei zur Anzeige, so Andreas Köhler, für Öffentlichkeitsarbeit zuständiger Mitarbeiter. Köhler appelliert in diesem Zusammenhang auch an die Bürger, Schmierereien anzuzeigen.

Im Falle des Buswartehäuschens an der Kollwitz-Straße sei die Schmiererei angesichts der Begeisterung der Jugendlichen besonders traurig. Vor der Gestaltung gab es einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern des städtischen Bauamtes. Anschließend reichten die Jugendlichen eine Skizze zur Gestaltung ein und stellten den entsprechenden Antrag. „Die Begeisterung der jungen Leute hatte sich auf die Kollegen im Bauamt übertragen“, erinnert sich Andreas Köhler.