Arendsee l Für Abfall gibt es Papierkörbe, die als solche auch erkennbar sind. Doch manch ein Spaziergänger oder Radler am See sieht diese offenbar nicht. Nur so scheint es erklärbar, warum Müll in die Ritzen an den Seitenbereichen eines Stegteils unterhalb des einstigen Klosters gestopft wurde. Die Konstruktion liegt auf einer Grünfläche, anstatt sich im Wasser zu befinden. Dafür können aber die Müllsünder nichts. Eigentümer ist die Einheitsgemeinde Arendsee. Diese bemüht sich seit Jahren erfolglos, die Anlage wieder vollständig aufzubauen. Wellen beschädigten mehrfach die Seitenteile, die an Land geholt wurden. Eines liegt nun auf der Grünfläche, wer vorbei geht nimmt dort gerne mal Platz. Ausbleibende Pflege führt aber zum Zerfall des Holzes, während der angrenzende und noch intakte Hauptteil des Steges erst vor kurzem erneuert wurde.

Trotzdem bleibt die Situation dort beispielhaft für eine Entwicklung: Projekte werden in Arendsee diskutiert, umgesetzt aber irgendwann unübersehbar nicht weiter verfolgt. Die Volksstimme berichtete mehrfach über solche Begebenheiten. Dies nahm Stadtrat Uwe Hundt zum Anlass, sich auf einen Volksstimme-Print-Beitrag zu melden. Darin wird die Situation an der Litfaßsäule Amtsfreiheit beschrieben. Direkt daneben befindet sich eine Konstruktion, in der Werbeschilder installiert waren. Doch diese sind nicht mehr aktuell und wurden von der Stadt abgebaut. Ersatz gab es bislang keinen. „Sicherlich lässt sich nicht alles auf einmal lösen. Aber es ist wichtig, einen Anfang zu machen. Und ich denke, der Stadtrat sollte dafür den Anschub geben“, äußerte sich Uwe Hundt dazu.

Wasserfall ohne Wasser

Mit seinem Großneffen und Feriengast Carl Packenius schaute sich der Vissumer per Fahrrad weitere Problempunkte an, die ein schlechtes Licht auf den Tourismusstandort Arendsee werfen. Dazu gehören auch die unvollständige Steganlage und ein paar Meter weiter die Badestelle „Kaskade“. Dort kam der Kommunalpolitiker mit Urlaubern über den abgeschalteten Wasserfall ins Gespräch. Die Gäste kommen seit Jahren, vermissen diesen und sind der Ansicht: Es kann kein Ding der Unmöglichkeit sein, das vorhandene Rohr zu verlängern. Damit wäre die Versorgung des Wasserfalls auch in trockenen Sommern möglich.

Auf eine Anfrage hieß es jüngst aus dem Rathaus: Die Instandsetzung des Wasserfall habe nicht die höchst Priorität. Uwe Hundt will solche Aufgaben, die sich mit geringen finanziellen Mitteln umsetzen ließen, nicht einfach in Vergessenheit geraten lassen. Einen Ansatzpunkt sieht er zudem an der Festwiese „Bleiche“. Die dortige Wassertretstelle kann nicht genutzt werden, es fehlt schlichtweg an Wasser. Und das schon seit Jahren. Für die Konstruktion könnte durchaus ein Platz im Strandbad gefunden werden, so die Idee. Kombiniert mit einer Tafel, auf der Übungen gezeigt werden, ließe sich eine neue Attraktion für die Badestätte schaffen. Die Grundlage für das Wassertreten, in Form einer stabilen Konstruktion zum Festhalten ist vorhanden, aber nicht nutzbar.

Sagentafel ohne Schrift

Hinzu kommt: An einigen Stellen kann Arendsee auf interessante Geschichte verweisen, Ortsfremde stehen aber mitunter etwas ratlos davor. Dazu gehört nicht nur die Nonnen-Sagentafel ohne Schrift sondern auch der Stein, der an die Fontane-Novelle von Grete Minde erinnert. Ein Teil dieses Buches spielt in der Seestadt. Die Inschrift bleibt aber einige Hintergründe schuldig. Hundt kann sich vorstellen, dass eine kleine Informations-Tafel mit weiteren Daten direkt daneben die Lösung wäre. Er hat auch eine Idee, wie sich dies umsetzen ließe. Die Arendseer Fontane-Schule könnte solch ein Schild im Rahmen eines Projektes gestalten. Denn sie trägt ja den Namen Fontane.