Tierischer Unterricht

Arendsee: Vogelvoliere auf dem Schulhof

Zehntklässler der Fontane-Ganztagsschule in Arendsee bauen mit ihrem SchulleiterThomas Schlicke eine Vogelvoliere auf. Hier ziehen bald die ersten gefiederten Gäste ein. Schüler übernehmen die Pflege.

Von Helga Räßler
Zusammen mit Schulleiter Thomas Schlicke (von links) und Hausmeister Chris Roemer bauten die Zehntklässler die neue Vogelvoliere an der Fontaneschule auf.
Zusammen mit Schulleiter Thomas Schlicke (von links) und Hausmeister Chris Roemer bauten die Zehntklässler die neue Vogelvoliere an der Fontaneschule auf. Foto: Helga Räßler

Arendsee

Seit dem 7. Mai steht auf dem Pausenhof der Arendseer Theodor-Fontane-Ganztagsschule eine Vogelvoliere. Direktor Thomas Schlicke und Hausmeister Chris Roemer hatten beim Aufstellen der Gitter Hilfe von den Zehntklässlern. Die verbrachten ihren letzten Schultag vor den Prüfungen ansonsten ziemlich still und zurückgezogen – Corona war der Grund dafür. Da war der kleine Arbeitseinsatz eine willkommene Abwechslung für sie.

Vogelspenden sind willkommen

Die Jugendlichen legten mit Hand an beim Installieren von Dach und Geländer. Beides komplettiert die Konstruktion. „Innen wird die Voliere vom Ästen und Strauchwerk, Futter- und Nistplätzen ausgestattet“, schaute Schlicke voraus. Holzbänke stehen bereit für interessierte Beobachter.

Die Vögel selbst kommen von Vogelfreund Ulf Schmidt, der einmal selbst Schüler in der Bildungseinrichtung war. „Aber wer uns ebenfalls noch unterstützen und Vögel spenden möchte, kann sich bei mir melden“, erklärte der Schulchef. Er ist unter der Telefonnummer 0151/17883940 zu erreichen.

Einweihung der Voliere soll am 1. Juni zum Internationalen Kindertag gefeiert werden. Natürlich coronakonform.

Mit dem Vogelprojekt solle in Zukunft der Biologieunterricht bereichert werden, so der Schulleiter. Es werde da unter anderem um die Lebensräume der Vögel, die verschiedenen Arten, die Verbreitung, den Aufbau, die Fortpflanzung und anderes mehr gehen.

Im nächsten Schuljahr solle zudem ein Spezialkurs starten, in dem die Schüler lernen könnten, was zur Haltung der Tiere gehöre, auch ganz praktisch bei der Arbeit in der Voliere. Denn das Füttern und das Säubern der Behausung gehörten dann zu ihren Aufgaben.

Die Außenvoliere wird übrigens ergänzt durch einen Raum im ehemaligen Toilettenhäuschen gleich nebenan, jetzt als Lagerraum genutzt. Hier ist ein Bereich durch Gitter abgeteilt. „Und wenn wir die Fenster öffnen, können die Vögel raus- und reinfliegen, je nach Laune“, erklärte Schlicke.

Garten und Streuobstwiese gehören zum Projekt

Das Volierenprojekt gehört mit zum Ganztagskonzept, bei dem die Schüler nicht nur Wissen in den Unterrichtsfächern erwerben, sondern auch Kompetenzen in Naturschutz, Sport, Gesellschaft, Brandschutz oder Wassersport gewinnen.

Zum Beispiel ist hinter der Anlage für die gefiederten Gäste ein kleiner Schulgarten angelegt worden. Die ersten Tomatenpflanzen wachsen schon in großen Kübeln. Ein Beet ist mit Dünger vorbereitet. Hier lernen die Kinder das Gärtnern.

Zusätzlich aufgepeppt wird der Pausenhof mit einem Reck, an dem sie sich körperlich Bewegung verschaffen können.

Und hinter dem Trakt mit dem Hauswirtschaftsraum ist eine Streuobstwiese angelegt worden. Zehn Bäume wachsen dort. Blumen sind schon ausgesät. Dort können sich Insekten tummeln. Ein Imkerkurs ist geplant, wenn es mit dem Bienenvolk und dem Imker als Fachmann klappt.

„Bei all unseren Kursen und Workshops arbeiten wir mit Kooperationspartnern in Unternehmen, Vereinen und im Handwerk zusammen“, beschrieb Schlicke.

Die Arbeit im Freien wird noch einmal besonders wichtig, wenn dann im Schulgebäude selbst die Bauarbeiten beginnen (Volksstimme berichtete).

Neben dem ehemaligen Toilettenhäuschen, in  dem die Vögel künftig Unterschlupf finden können, ist ein kleiner Schulgarten angelegt.
Neben dem ehemaligen Toilettenhäuschen, in dem die Vögel künftig Unterschlupf finden können, ist ein kleiner Schulgarten angelegt.
Foto: Helga Räßler