Arendsee l Geruhsame Rundfahrt auf der „Queen Arendsee“ für Stadtrat Uwe Walter, Bürgermeister Norman Klebe, einige Vertreter der Tourismusbranche und die Bundesbeauftrage Ost für Mittelstandswirtschaft und Tourismus, Iris Gleike.

„Nicht nur beim Tourismus, auch bei der Finanzierung haben wir als Kommune große Bauchschmerzen und fühlen uns allein gelassen“, legte Uwe Walter gleich beim Ablegen den Finger in die Wunde. „Wir haben keine Lobby, weder beim Land noch im Landkreis“, machte er die Lage deutlich. Andere Regionen wie der Harz würden großzügig gefördert. Die Altmark und speziell Arendsee mit einem Großteil der Übernachtungen im Land (den zweit höchsten) gehe leer aus.

Schwerpunkte

Gleike ging auf drei Schwerpunkte ein, die es zu bearbeiten gelte: Das Fachkräftepotenzial, die Digitalisierung und das Schwergewicht Tourismus/Dienstleistungsgewerbe als Wirtschaftsfaktor. „Die Landessicht auf den Tourismus nicht als Pflichtaufgabe muss verändert werden“, betonte sie.

Zwar habe die Reisebranche in den vergangenen vier Jahren in Folge geboomt und von der Unsicherheit der Weltlage und der großen Binnennachfrage profitiert. „Aber das betrifft die Großstädte, der ländliche Raum hat davon nicht profitiert“, sagte sie.

Culturcamp

Deshalb sei das Modellprojekt Culturcamp entwickelt worden, um diese Regionen zu coachen. „Von 100 betroffenen Regionen haben sich 77 zur Teilnahme beworben“, erklärte sie. Nach zunächst nur drei ausgewählten seien inzwischen insgesamt sechs Regionen aufgenommen.

„Aber es gilt, das Kirchturmdenken zu überwinden und die Sprachlosigkeit zwischen Touristikern und Kulturschaffenden zu überwinden“, meinte sie. Denn der Tourismus in der ländlichen Szenerie stehe und falle damit, wie sich die Akteure zusammenfinden.

Verantwortlicher fehlt

Dass es in Arendsee gute Angebote in Einrichtungen wie dem Jugendfilmcamp, dem Kindererholungszentrum, dem Integrationsdorf und Hotels wie dem „Deutschen Haus“ gebe, sei hervorzuheben. „Aber uns fehlt ein Tourismusverantwortlicher, eine Art Kurdirektor, der die Angebote und Budgets bündelt“, brachte KiEZ-Geschäftsführerin Irmela Spöttle die Diskussion auf die lokale Ebene zurück.