Salzwedel l Über 50 Bewerbungen hatten sich in den vergangenen Wochen auf dem Schreibtisch von Sven Knoche gestapelt. Knoche ist Vorsitzender vom Vorstand des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Salzwedel und ausgeschrieben war in der Verwaltung eine einzige Stelle. „Wir haben einen Auszubildenden für Büromanagement gesucht“, sagt Knoche „und nun haben wir zwei.“

Das Rennen gemacht haben Kim Sabrina Feick und Anjali Dhamija. Am 3. August haben die beiden jungen Frauen ihren ersten Arbeitstag in der Verwaltung des DRK Salzwedel angetreten und beide sind überrascht von der Hilfsbereitschaft und dem freundlichen Umgang zwischen den Kollegen. Sven Knoche gibt das Kompliment gerne zurück: „Wir haben uns nicht entscheiden können, wem von beiden wir die Stelle geben – da haben wir einfach beide genommen.“

Tätigkeit bietet spannende Aufgaben

Den Ausschlag für die Entscheidung hatten die beiden jungen Frauen selber gegeben, erinnert sich die stellvertretende Vorsitzende des Vorstands, Simone Müller. In den Bewerbungsgesprächen hatten beide keinen Zweifel daran gelassen, dass es ihnen nicht darum gehe, einfach eine Lehrstelle in irgendeinem Büro zu besetzten: „Beide wollten zum DRK, beide wollten zu uns, und auch menschlich haben uns die beiden überzeugt“, fasst Müller zusammen.

„Wer beim DRK arbeiten möchte, muss echtes Interesse an Menschen mitbringen“, sagt Sven Knoche. Das gelte für jeden der 82 hauptamtlichen, und rund 30 ehrenamtlichen Mitarbeiter des DRK Salzwedel.

Zu dessen Hauptaufgaben gehören, neben Krankentransporten, der Versorgung von Alten und Kranken mit Essen auf Rädern und der Betreuung von geflüchteten Menschen, auch der Rettungsdienst mit Notfallsanitätern.

Angehende Notfallsanitäter

„Das sind hochqualifizierte Fachleute, deren Ausbildungsstand sehr nah an das herankommt, was auch von Ärzten in ihrer praktischen Arbeit verlangt wird“, sagt Knoche stolz.

Zum 1. September beginnt in der Salzwedeler DRK-Zentrale die Ausbildung von gleich zwei angehenden Notfallsanitätern. Beide verfügen, sagt Knoche, über klare Vorstellungen davon, wie sie sich ihre Zukunft im Dienste des DRK vorstellen. Knoche: „Bei Notfallsanitätern entscheidet oft die Motivation über den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung. Neben körperlicher Fitness seien Konzentrationsfähigkeit, die Freude an der Arbeit in Gruppen, Verantwortungsbewusstsein und eine schnelle Auffassungsgabe gefragt. Hilfreich sei es zudem, keinen Ekel vor Körperflüssigkeiten zu empfinden.

40 Bewerbungen hatte es auf die Stellen gegeben. „Das ist kein Job für jemand der nicht weiß, was er mit seinem Leben anfangen will“, sagt Knoche. Den Ausschlag für die neuen Auszubildenden habe auch in diesem Fall das Bekenntnis zu den Werten des Deutschen Roten Kreuzes gegeben.

Seit 2014 gibt es, sagt Simone Müller, die Ausbildung zum Notfallsanitäter. Der Lehrplan umfasst zahlreiche Theorie- und Praxisabschnitte.

Theorie und Praxis pauken

Die neuen Mitarbeiter erwarten während ihrer dreijährigen Ausbildung über 1900 Stunden an einer Berufsfachschule, im Krankenhauses und an einer Rettungswache. Die Ausbildung schließt mit einer Prüfung in zehn Fachgebieten ab. Beim DRK Salzwedel hatten die Auszubildenden des Jahrgangs 2016 im vergangenen Jahr ihren Abschluss erreicht. Für 2021 stellt Knoche drei Lehrstellen in Aussicht. Hervorgegangen sei das Berufsbild aus der zweijährigen Ausbildung zum Rettungsassistenten. Rettungsassitenten, die sich zum Notfallsanitäter weiterbilden möchten, erwartet eine Zusatzausbildung, die rund 320 Stunden umfasst.