Altmark l „Ausbildungsmarkt auf der Zielgeraden“, berichtet die Agentur für Arbeit in Stendal. Die Eckdaten lassen allerdings nicht auf Endspurt schließen. Immer noch wartet in der Altmark jeder zweite Ausbilder auf den geeigneten Bewerber. „In einem Monat ist Ausbildungsbeginn und noch ist etwa jeder zweite Ausbildungsplatz unbesetzt“, teilt Annika Pieper, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit in Stendal, mit.

Knapp 1000 Bewerber hat die Behörde seit Oktober des vergangenen Jahres registriert, und damit rund neun Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Ihnen stehen in der Region gut 1000 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Offenbar aber nicht die passenden: Denn jeder zweite Bewerber habe bislang noch keine Zusage, heißt es aus der Pressestelle der Agentur weiter.

Chancen nutzen und Alternativen prüfen

Insgesamt sind 400 junge Leute derzeit noch nicht mit einem Ausbildungsplatz versorgt. Knapp 600 Stellen in den Unternehmen sind weiterhin unbesetzt.

Spätestens jetzt sollten junge Leute ihre Chancen nutzen. Zudem gelte es, auch über den Tellerrand hinaus zu schauen und mögliche Alternativen zu prüfen, wenn es mit dem Ausbildungsplatz für den Wunschberuf noch nicht geklappt hat, rät die Agentur für Arbeit.

Der Ausbildungsmarkt in der Altmark biete weiterhin vielfältige Perspektiven.

Immerhin bleiben nur noch vier Wochen, bis die erste Welle der Schulabgänger in die Ausbildung startet, daher sollten sich die Jugendlichen jetzt für einen Betrieb entscheiden und die Ausbildung beginnen.

Nicht auf die lange Bank

Hilfe bietet nach wie vor die Agentur für Arbeit an: Wer bis jetzt noch keine Ausbildungsstelle habe, könne „gemeinsam mit den Berufsberatern klären, wie die Chancen für eine Lehrstelle in den favorisierten Berufen aktuell stehen“, betont Torsten Narr, Chef der Stendaler Arbeitsagentur. Auf Grund der Situation auf dem Ausbildungsmarkt empfiehlt Narr aber auch den Unternehmen, die Entscheidung für den künftigen Lehrling nicht auf die lange Bank zu schieben.

„Sofern alle Voraussetzungen passen, sollten die Betriebe rasch einen Ausbildungsvertrag mit dem Bewerber unterzeichnen und ihn so an sich binden.“

Unternehmen sollten dabei vielleicht auch Jugendliche in Betracht ziehen, die auf den ersten Blick nicht alle Anforderungen erfüllen, jedoch Motivation und das Potenzial an Fähigkeiten erkennen lassen, gibt der Agenturchef zu bedenken.

Um Wissenslücken zu füllen, bietet die Arbeitsagentur sogar Unterstützung bei gezieltem Nachhilfeunterricht an. Solche ausbildungsbegleitenden Hilfen können vom ersten Tag der Ausbildung gezahlt werden, heißt es in der Pressemitteilung.

Auch im sozialen Bereich wird unterstützt: So können im Rahmen der assistierten Ausbildung Jugendliche mit Defiziten während der Ausbildung von Sozialpädagogen begleitet und mit zusätzlichem Stütz- und Förderunterricht betreut werden.