Jübar l „Der Arbeitsraum und das Archiv sind soweit fertig. Im Flur und Treppenaufgang haben wir malertechnisch noch was zu machen“: Das sagte Vorstandsmitglied Thomas Janikulla während der Jahreshauptversammlung des Vereins Junge Archäologen der Altmark über die neuen Räume im Rohrberger Rathaus. Im April – ein genauer Termin stehe noch nicht fest – werde es einen Tag der offenen Tür geben, informierte er die Mitglieder am Sonnabend in der Gaststätte Zur Linde in Jübar. Dann könnten sich Interessenten nicht nur die zehn entstandenen Arbeitsplätze ansehen, sondern auch einem Vortrag lauschen.

Der Umzug habe sich erforderlich gemacht, weil im Sommer 2016 der Raum in der Jübarer Grundschule für die Betreuung der Kinder benötigt wurde, erinnerte der Vereinsvorsitzende Hartmut Bock. Er sei dem Rohrberger Gemeinderat und dessen Bürgermeister Bernd Schulz sehr dankbar, dass die Jungen Archäologen dort eine neue Heimstätte gefunden hätten.

Im zweiten Jahrhundert besiedelt

Nach vier Jahren Grabungslager bei Kläden werde es in diesem Jahr einen Ortswechsel geben, kündigte Hartmut Bock an. Denn das Vereinsmitglied Enrico Vierke aus Dähre hatte eine unbekannte Fundstelle bei Rockenthin entdeckt, die bereits von Fachleuten des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie begutachtet wurde. Am Freitag habe es eine Sondengräberschulung gegeben, die genau zu dieser Fläche geführt habe, berichtete Barbara Fritsch, die als Gebietsreferentin des Landesamtes auch für den Altmarkkreis Salzwedel zuständig ist. Dabei seien interessante Funde gemacht worden. „Wir vermuten, dass dort während der römischen Kaiserzeit im zweiten Jahrhundert gesiedelt wurde“, informierte sie. Die Mutterbodenbedeckung sei relativ dünn. Darunter befinde sich Sandboden. Gute Voraussetzungen für eine Grabung, urteilte Barbara Fritsch, die gespannt darauf ist, was die Jungen Archäologen alles zutage befördern werden.

Bilder

Der Schüler Paul Janikulla berichtete, wie eine Grabung abläuft. „Ich finde es gut, dass die Kinder mit Erwachsenen arbeiten. Da kann man sich viel abgucken“, schilderte der 16-Jährige.

Großsteingräber pflegen

Auf ein weiteres Vorhaben in diesem Jahr wies Vorstandsmitglied Heiko Meyer hin: „Da die Exkursionen in den Herbstferien nicht mehr so gut angenommen werden, wollen wir in diesem Jahr drei Tage gemeinsam arbeiten.“ Dann sollen die Großsteingräber gepflegt werden. Einige von ihnen seien überwuchert und kaum mehr zu finden.

Dieses Vorhaben reiht sich in das Bestreben des Altmarkkreises Salzwedel ein, mit diesen Zeitzeugen von einst zu werben. Es gebe insgesamt 43 Großsteingräber im Altmarkkreis, berichtete Kreissprecherin Amanda Hasenfusz. Aus diesen seien jetzt 14 ausgewählt worden, die allesamt in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf liegen. „Wir schauen jetzt, welche Sehenswürdigkeiten in der Nähe liegen, wo es Gastronomie und Unterkünfte gibt. Denn die Gräber allein reichen noch nicht, um eine Rad- und Autoroute ausweisen zu können“, sagte sie. Problematisch sei zudem die fehlende Zuwegung zu einigen Großsteingräbern. Eigentumsverhältnisse seien zu erkunden, mit den Besitzern zu sprechen. Zudem müsse geklärt werden, wer sich um die Pflege der steinernen Zeugen kümmere. „Es braucht etwa fünf bis zehn Jahre, um touristisch mit einem Thema punkten zu können“, machte Amanda Hasenfusz deutlich. Das Vorhaben funktioniere zudem nur, wenn viele Partner kooperieren. Die Jungen Archäologen seien mit im Boot.