Salzwedel l „Sicher kennen wir noch alle den ersten und den letzten Satz des kommunistischen Manifest: ‚Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus‘ und ‚Proletarier aller Länder vereinigt euch‘". Mit den Worten des Protagonisten der Arbeiterbewegung sowie Kritiker der bürgerlichen Gesellschaft und Religion, Karl Marx, richtete sich Kultusminister a.D., Karl-Heinz Reck, am Dienstag an die Besucher der Ausstellungeröffnung: „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“, in der Kreisvolkshochschule (KVHS) in Salzwedel.

Kultusminister a.D. hält Rede

Unter den anwesenden Gästen lauschten unter anderem auch der stellvertretende Landrat Eckhardt Gnodtke und Stadtrat Martin Schulz den Worten Recks. Die Chefin der KVHS, Cornelia Blödow, hat die Ausstellung gekauft und Karl-Heinz Reck als Redner geladen. Kein Wunder, ist der ehemalige Kultusminister im Freundeskreis Jenny Marx und beschäftigt sich seit Jahren mit den Schriften von Karl Marx und Friedrich Engels.

Doch bevor die Gäste durch die Ausstellung streifen konnten, hielt Reck ihnen auch Zahlen vor Augen: „5 Prozent der Weltbevölkerung besitzen 90 Prozent des Reichtums und 1,5 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland können, obwohl sie arbeiten, nicht davon leben und müssen aufstocken."

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Weitreichende Missstände

Auch und gerade die Wörter „friedlich“ und „gerecht“ nutzte Reck, um mit Vergleichen auf die weitreichenden Missstände in der Gesellschaft hinzuweisen, die Abgründe des Kapitalismus aufzuzeigen. „Uns geht es gut, auch deshalb, weil es anderen auf der Welt schlecht geht!“, erklärte er mit Nachdruck.

Schließlich warf Karl-Heinz Reck die Frage auf, was das mit der Ausstellung zu tun habe und ging auf den geschichtlichen Hintergrund des Kommunismus und des kommunistischen Manisfest ein und zitierte den Spiegel-Publizisten Matthias Greffrath: „Für das Scheitern und das Grauen in der Sowjetunion, die ja kein entwickeltes kapitalistisches Land war, kann man alle möglichen Leute verantwortlichen machen, aber mit Sicherheit nicht den Auto des Kapitals“ - Karl Marx. Auch scheute Reck den Vergleich zur Kirche nicht. „Stellen Sie sich eine Ausstellung über das Christentum vor“, und verwies auf die Kreuzzüge, den Dreißigjährigen Krieg, ein Religionkrieg, und die vielen Toten.

Nach Recks Ausführungen, für die er viel Applaus erntete, wandelten die Gäste durch die mit 25 Plakaten umfassende Ausstellung, tauschten sich aus und frischten längst vergessen geglaubtes Wissen wieder auf.

Ausstellungsorte wechseln

„Wir sind als Bildungseinrichtung verpflichtet, Ihnen die Ausstellung zu zeigen“, sagte Cornelia Blödow den Besuchern. Damit die Ausstellung auch viele Menschen erreicht, wandert diese kostenlos nach acht Wochen weiter, informiert Blödow. Hierzu können sich interessierte Einrichtungen unter der 03901/422031 bei Cornelia Blödow in der KVHS melden.