Valfitz l „Es tut einem in der Seele leid, wenn wir die Bäume hier runter nehmen müssen, die die Angler kurz nach der Wende gepflanzt haben“: Das sagt Uwe Heinecke, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes Jeetze. Mitarbeiter sind gerade dabei, kranke Erlen in der Jeetzeniederung zwischen Valfitz und Wöpel bis auf den Stock, so um die 15 bis 20 Zentimeter über dem Erdboden, herunterzunehmen. Abgesprochen mit dem Kreis-Umweltamt. Es bleibt ein kleiner Funke Hoffnung, dass einige der Bäume dann wieder austreiben. Ob das gelingt, wird die Zeit zeigen.

„Wenn wir die kranken Bäume stehen lassen, kippen sie in das Gewässer. Und der Pilz kann sich womöglich noch mehr verbreiten“, erklärt Uwe Heinecke. Phytophthora alni, so heißt die Scheinpilzart, die nicht nur dem hiesigen Unterhaltungsverband zu schaffen macht. Dabei, fügt der Geschäftsführer hinzu, sei die Erle ein wichtiger Baum. Er sorge für Beschattung der Gewässer. Das Laub diene Bachflohkrebsen und anderen Kleinstlebewesen als Nahrung, die wiederum von Fischen gefressen werden. Da sich die Wurzeln, die das Ufer stabilisieren, unter der Wasserlinie befänden, würden diese gern als Laichplätze genutzt.

„Wir haben festgestellt, dass die Erlen in Bereichen, wo das Wasser langsamer fließt, anfälliger sind“, schildert Uwe Heinecke. Wo der Pilz her kommt? Es gebe zwei Theorien: Er könnte mit der Fischbrut aus Nordamerika eingewandert sein. Oder er sei durch verseuchtes Pflanzenmaterial übertragen worden.

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Gegenmittel fehlt

Ein wirksames Gegenmittel fehle. Deshalb der Versuch, mit dem Herunternehmen bis auf den Stock gegenzusteuern. Tausende Bäume, die befallen sind, würden gezielt geschreddert und thermisch entsorgt, damit sich der Pilz nicht weiter verbreiten könne. „Wenn Weiden, Haselnuss oder Eschen am Gewässer stehen, bleiben die erhalten“, sagt er. Die Arbeit sei ein Wettlauf mit der Zeit.

Nur bis Ende Februar dürfen Holzungsarbeiten erfolgen. Zu schaffen sei die Entnahme bis dahin nicht. Denn auch an der Purnitz-Einmündung in die Jeetze nahe Altensalzwedel gebe es vom Pilz befallene Erlen, wohl 100 Prozent Verlust. Dort würde weiter beobachtet. Die Beschattung an Gewässern sei weiter wichtig. Doch wie? „Wir werden uns wohl künftig für differenzierte Bestände entscheiden. Um eine Chance zu haben“, denkt Uwe Heinecke laut nach.