Salzwedel l „Eine Ausbildung, das ist der cleverste Weg.“ Davon ist Robin Feldmann fest überzeugt. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Fruchtsafttechniker und wurde danach von seinem Ausbildungsbetrieb, der Diesdorfer Süßmost- und Weinkelterei, übernommen. In der Ausbildung verdiene man auch Geld, und wenn es in den späteren Jahren mal schiefgeht, sei wenigstens eine Grundlage da, so Robin Feldmann weiter.

Am Sonnabend bestand für die Besucher die Möglichkeit, sich über 100 verschiedene Ausbildungsberufe zu informieren, die von 71 Unternehmen und Institutionen vorgestellt wurden. „Nutzen Sie die Gelegenheit und stellen Sie Fragen“, appellierte Markus Nitsch, Chef der Stendaler Arbeitsagentur, an die Jugendlichen und ihre Eltern.

Landrat Michael Ziche schob „einen Werbeblock für die westliche Altmark“ ein. Die Wirtschaft in der Region sei stabil und benötige Fachkräfte. Den hohen Löhnen, etwa in München, stünden dort sehr hohe Lebenshaltungskosten gegenüber. In der Altmark dagegen gebe es Platz für private Entfaltung. Inzwischen habe sich in der Region der Trend der Landflucht wieder umgekehrt. Viele gebürtige Altmärker würden zurückkehren. Daher der Rat Ziches: „Treiben Sie nicht so einen Aufwand, bleiben Sie hier. Und wenn Sie weggehen, dann kommen Sie sowieso zurück.“

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Für die berufliche Zukunft gab es umfangreiche Tipps und auch die Möglichkeit zum Zusehen oder Ausprobieren, beispielsweise bei der Kreishandwerkerschaft Altmark, die mit ihren Auszubildenden an mehreren Ständen die Arbeiten in einzelnen Berufen demonstrierte.

Vor Ausbildungsbeginn ein Praktikum

Die Achtklässlerin Lea Wittich kann sich noch etwas Zeit mit der Entscheidung für eine Ausbildung lassen. Dennoch kam sie mit ihrer Mutter Melanie auf das BBS-Gelände. Wie wäre es mit einer Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger? Karin Schulze, Leiterin der Krankenpflegeschule am Altmark-Klinikum, empfiehlt Interessenten, vorab ein Praktikum zu absolvieren. „Es ist gut, sich selbst zu prüfen, ob das tatsächlich der richtige Beruf ist.“

Für Florian Feick ist die Entscheidung auch noch nicht gefallen. Der Salzwedeler könnte sich eine Lehre als Koch vorstellen. Tierpfleger wäre aber auch eine Alternative. Fabian Würschmidt freut sich dagegen auf seine Lehre als Koch. Die Gäste sollen später bei seinen Gerichten „zubeißen und lächeln“, wünscht sich der Kunrauer.

„Wir sind froh über jeden Auszubildenden, den wir bekommen“, sagt Kreishandwerksmeister Norbert Nieder. Da viele Jugendliche zum Gymnasium wechseln, sei es inzwischen auch ein Problem, die Berufsschulklassen ausreichend zu füllen. „Wir brauchen wieder eine Schullaufbahnempfehlung, um die hohen Abbrecherquoten zu senken“, fordert er.

Denn es gibt Alternativen, so Peter Lahmann. Der Leiter der BBS erinnert daran, dass in der Bildungseinrichtung in mehreren Berufen die Möglichkeit besteht, während der Ausbildung die Fachhochschulreife zu erwerben. „Das Angebot besteht in der schulischen Ausbildung bei den Informatik- und den kaufmännischen Assistenten, in der dualen Ausbildung im Metallbau, bei den Gas-, Wasser- und Klimain- stallateuren, bei Tischlern, KfZ-Mechatronikern und Landwirten“, zählt er auf.

„Über die Möglichkeit der Fachhochschulreife sprechen wir auch mit unseren Bewerbern“, sagt Raimund Punkte. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes hofft auf weiteren Zuspruch seitens der Jugendlichen für den Agrarbereich. Die größte Resonanz gebe es für die klassische Ausbildung zum Landwirt, gefolgt von den Fachkräften für Agrarservice. Problematischer sei es bei Berufen in der Tierproduktion.

Ab September plant die BBS, eine Ausbildung zum Altenpfleger anzubieten. Für Angelika Scholz ein Beruf mit Perspektive. „Interessant, vielseitig und für die Altmark von großer Wichtigkeit“, betont die Vorsitzende des Kreis-Bildungsausschusses.