Glenn Miller Orchestra gastierte in Salzwedel

Beswingter Abend im Kulturhaus

Von Christina Bendigs

Das Glenn Miller Orchestra unter der Leitung von Wil Salden hat am Mittwochabend ein Programm voll von bekannten Melodien aus der Zeit der 1930er und 1940er Jahre präsentiert. Das Kulturhaus war nahezu ausgebucht.

Salzwedel l Wer am Mittwochabend die Vorstellung des Glenn Miller Orchestras unter der Leitung von Wil Salden im Salzwedeler Kulturhaus gesehen und gehört hat, dürfte den Heimweg in beswingter Stimmung zurückgelegt haben. Denn die Instrumentalisten und Sänger um Wil Salden präsentierten bekannte und unbekannte Melodien aus den 1930er und 1940er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Im nahezu ausverkauften Kulturhaussaal zeigte sich, dass die Musik nicht nur ältere Semester anspricht. Auch junge Leute hatten sich Karten für das Konzert gesichert.

Zu schwung- und kraftvoller Musik von Trompeten, Saxofonen, Posaunen, Kontrabass, Schlagzeug und Klavier trommelten die Zuschauer bald im Takt mit den Händen auf ihren Oberschenkeln, wippten mit den Füßen oder mit Schultern und Köpfen im Rhythmus der Musik. Auch wenn diese Stilrichtung bereits in die Musikgeschichte gehört, hat sie von ihrem ganz eigenen Charme wenig eingebüßt. Das Publikum dankte den Musikern des Glenn Miller Orchestras mit Zwischenapplaus, wenn sie Klassiker von Glenn Miller, Billy May, Doris Day und anderen Musikern dieser Zeit anstimmten.

Aber nicht nur das. Das Orchester begeisterte auch mit unbekannteren Stücken, zu denen Wil Salden auch einige Anekdoten zu erzählen hatte. Unter anderem von Less Brown: Der Saxophonist hatte schon im Alter von zehn Jahren gemeinsam mit seinem Vater zu Tanzveranstaltungen gespielt. Gemeinsam mit Doris Day landete er nicht nur den Nummer-eins-Hit "Sentimental Journey". Als er später sein eigenes Orchester hatte, coverte er den Glenn-Miller-Song "Little brown jug", allerdings in der abgewandelten Form "Browns little jug".

Den etwas melancholisch anmutenden Song "Smile" spielte das Glenn Miller Orchstra im Kulturhaus ebenfalls. Was laut Wil Salden viele nicht wissen: Charlie Chaplin war nicht nur ein weltberühmter Komiker, er schrieb auch Musik - unter anderem diesen Titel, der im Kulturhaus erklang.

Auch Fans alter Filmmusik kamen im Konzert auf ihre Kosten, als Musik aus Casablanca, Gentlemen prefer blonds und anderen erklangen. Im Verlauf des Konzertes mit 20-minütiger Pause bekam fast jeder der Musiker Solopassagen, begleitet vom Applaus des Publikums. Furios das Solo des Schlagzeugers, der in seinem Solo nicht nur mit wechselnden Grundrhythmen, sondern auch mit Schnelligkeit überzeugte. Seine Hände flogen fast schon über seine Schlaginstrumente, und es erstaunte, dass er sich nicht die Arme dabei verknotete.

Wil Salden begann 1978 sein Orchester aufzubauen

Das musikalische Erbe Glenn Millers dauert bis heute an. Im Jahre 1978 begann der Orchesterleiter Wil Salden mit seinen Glenn-Miller-Studien. Wil Salden übernahm das Patentrezept von Glenn Miller: "Es ist der Traum eines jeden Bandleaders oder Arrangeurs, einen neuen Sound zu kreieren, der schon nach den ersten Takten erkennbar ist." Das Salzwedeler Publikum hat er damit über- zeugt.

Alton Glenn Miller war ein US-amerikanischer Jazz-Posaunist, Bandleader, Komponist und Arrangeur. Nachdem Paris durch die Alliierten befreit worden war, sollte im Dezember 1944 das "Army Air Force Orchestra" dort auftreten. Glenn Miller starb aber vorher unter nicht genau geklärten Umständen. Es wird angenommen, dass das Flugzeug, mit dem er nach Frankreich unterwegs gewesen war, am 15. Dezember 1944 über dem Ärmelkanal wegen dichten Nebels von Bomben britischer Flugzeuge getroffen wurde und abstürzte.