Jeetze/Brunau l Wird der Hortbereich im Jeetzer „Knirpsenland“ aufgelöst und stattdessen der Brunauer Hort erweitert? Diese Frage stellt sich, seit sich der Bau- sowie der Finanz- und Sozialausschuss in beiden Objekten umgesehen haben und nun von der Brunauer Schulleitung die Erarbeitung eines Raumkonzeptes gefordert wurde.

Vorausgegangen waren immer wieder Hinweise aus der Jeetzer Kita, dass die dortigen Räumlichkeiten nicht den vom Träger, also der Stadt, festgeschriebenen Qualitätsrichtlinien und den Anforderungen des eigenen pädagogischen Konzeptes entsprechen. Kita-Team, Elternvertretung und Förderverein des „Knirpsenlandes“ wünschen sich seit geraumer Zeit einen Umbau – am besten mithilfe einer 100-prozentigen Förderung aus dem Stark-V-Programm, über das die Stadt insgesamt 1,07 Millionen Euro erhält. Das Gros des Geldes ist allerdings schon verplant.

Räumliche Grenzen

Und ein Umbau der Jeetzer Kita würde, das ist inzwischen bekannt, mehrere Hunderttausend Euro kosten. Deshalb wird auch immer wieder ein Neubau ins Gespräch gebracht, zumal die Kita sehr gut ausgelastet ist. Sie zählt 15 Krippen-, 25 Kindergarten- und 15 Hortkinder.

Letztere, so die Idee der städtischen Gremien, könnten nach einer entsprechenden Erweiterung der vorhandenen Kapazitäten künftig ja auch in Brunau untergebracht werden, zumal sich dort auch die Grundschule befindet. Allerdings, darauf weist das Team des „Knirpsenlandes“ hin, würden die hier betreuten Hortkinder nicht die Ursache für die Enge im Jeetzer Objekt liefern. „Sie nutzen dieselben Räumlichkeiten wie jene ältereren Kindergartenkinder, die bis mittags betreut werden.“ Am Nachmittag würden die verbliebenen Vorschüler dann mit der Hortgruppe zusammen betreut, was auch das Gemeinschaftsgefühl stärke, wie Kita-Leiterin Sigrun Mösenthin weiß. Das „Knirpsenland“ stößt also, zumindest vormittags, auch ohne Hortkinder an seine räumlichen Grenzen.

Keine Inklusion möglich

Und nicht nur das. Wegen des verschachtelten Baus und der daraus resultierenden Höhenunterschiede wäre aktuell in der Jeetzer Kita keine Inklusion von gehandicapten Kindern möglich. Die aber verlangt der Gesetzgeber, sofern Eltern dafür einen Bedarf anmelden.

Hinzu kommt, dass es im „Knirpsenland“ derzeit keinen Bewegungsraum gibt, dass in den Gruppenräumen gleichzeitig gespielt, gegessen und geschlafen wird und dass der schlauchförmige und sehr enge Eingangsbereich nicht den Qualitätsanforderungen entspricht. Auch gibt es keinen Raum, in den sich die Erzieher, zum Beispiel für Schreibarbeiten, zurückziehen können.

Noch keine Entscheidung

Dass dennoch alles reibungslos klappt und die Eltern ihre Kinder ganz offensichtlich gern in das „Knirpsenland“ bringen, ist dem Engagement und der Kreativität des dortigen Kita-Teams zu verdanken. Das hatte bereits frühzeitig alles daran gesetzt, die Einrichtung dauerhaft zu sichern. So war zum Beispiel ein Förderverein gegründet und schon 1997 eine Betriebserlaubnis für die Integration von Hortkindern beantragt und dann auch genehmigt worden, während das in anderen Kindereinrichtungen erst mit der Jahrtausendwende umgesetzt worden war. Immer wieder betont die Kita-Leitung in Jeetze auch: „Wir wollen nicht mehr Kapazität, sondern mehr Qualität.“

Wie Bürgermeister Karsten Ruth zu der möglichen Verlagerung des Hortbereiches nach Brunau sagte, sei diesbezüglich noch nichts endgültig entschieden. „Den Fachausschüssen muss jetzt erst einmal das gewünschte Material zugeleitet werden. Und erst dann werden Festlegungen dazu getroffen.“ Fakt sei allerdings, dass es in Brunau ein größeres Raumpotenzial gebe.