Salzwedel l Der Altmarkkreis Salzwedel ist eine der dünnbesiedelsten Regionen Deutschlands. Rechnerisch gesehen leben noch rund 37,2 Menschen je Quadratkilometer in der Westaltmark, nur im Landkreis Prignitz sind es mit 36 Einwohnern je Quadratkilometer – jeweils mit Stand 2016 – noch weniger. Im Nachbarlandkreis Lüchow-Dannenberg sieht es mit 41 ähnlich aus, der Landkreis Stendal steht mit 48 Bürgern je Quadratkilometer in diesem Punkt etwas besser da. Diese beiden Zahlen stammen allerdings aus 2015.

Beim Minus nicht ganz an letzter Stelle

Der aktuellste Stand zur Einwohnerentwicklung in Sachsen-Anhalts Landkreisen wurde zum 31. Dezember 2016 erhoben, erklärt Jana Richter-Grünewald, Pressesprecherin des Statistischen Landesamtes. Für das vergangene Jahr erfolgt erst noch die Auswertung.

Demnach lebten 2016 85  236 Menschen im Altmarkkreis. Das sind 928 weniger als 2015. In Prozent ausgedrückt macht das ein Minus von 1,1 aus. Damit steht die Westaltmark im Vergleich der Landkreise in Sachsen-Anhalt nicht ganz an letzter Stelle. Der Kreis Mansfeld Südharz musste im Vergleich zu 2015 einen Verlust von 1,2 Prozent Einwohnern hinnehmen und der Salzlandkreis hat laut der Statistik ebenfalls 1,1 Prozent Bürger verloren.

Geburtenrate rückläufig

Immerhin habe der Altmarkkreis auf Landesebene eine überdurchschnittliche Geburtenrate, versucht Landrat Michael Ziche der Situation etwas Gutes abzugewinnen. Dennoch war auch sie 2016 rückläufig. 706 Neugeborene wurden für den Landkreis ausgewiesen, 1,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Zurückgehende Geburtenzahlen wurden sachsen-anhaltweit nur noch in den Landkreisen Harz und Anhalt-Bitterfeld beurkundet, heißt es in der Statistik.

1115 Menschen verstarben, das ist zwar eine Verringerung der Todesfälle um drei Prozent, aber es ergibt sich dennoch ein Defizit zu den Geburten von 409.

Für 2017 lässt sich dahingehend noch kein konkreter Trend ableiten. Im Altmark-Klinikum mit seinen beiden Krankenhäusern in Gardelegen und Salzwedel kamen im vergangenen Jahr 785 Babys zur Welt. Das sind in etwa so viele wie 2015, als das Klinikum insgesamt 778 Geburten verzeichnete.

Menschen zieht es in die Ballungszentren

2016 waren es auf den Entbindungsstationen sogar 62 Neugeborene mehr als im vergangenen Jahr. Dass die Geburtenrate für den Altmarkkreis 2016 trotzdem sank, hängt damit zusammen, dass auch Kinder in Salzwedel und Gardelegen geboren werden, deren Mütter aus den Nachbarlandkreisen zum Entbinden dorthin kommen.

Auch von den sogenannten Wanderungssalden gibt es für den Altmarkkreis wenig Gutes zu berichten. 2982 Zuzügen stehen 3485 Fortzüge gegenüber. Ein Verlust von 503 Einwohnern. Es gebe weiterhin eine Abwanderung der Menschen in Richtung Magdeburg und Halle sowie in weitere Ballungszentren Deutschlands, schätzt der Landrat ein. Beide sachsen-anhaltischen Großstädte können dahingehend 2016 ein deutliches Plus verbuchen – Halle mit 1678 und Magdeburg mit 3026 Bürgern.

Am Anteil der Bevölkerung haben Frauen und Mädchen in der Westaltmark leicht die Nase vorn. 2016 gab es 42 579 männliche und 42  657 weibliche Einwohner. 82  317 von ihnen sind Deutsche und 2919 haben einen Migrationshintergrund.