Salzwedel l Mit Erstaunen hat Gabriele Gruner (Die Linke) festgestellt, dass ihr Antrag zur Umbenennung der Stadt- und Kreisbibliothek in Helga-Weyhe-Bibliothek, den sie gemeinsam mit Antje-Siegel-Reinhard gestellt hatte, von einigen Bürgern fehlinterpretiert wird. „Niemand will den Namen Freydanksche Villa ändern“, stellt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Salzwedeler Stadtrat klar. „Warum auch?“ Vielmehr betreffe die Namensänderung einzig und allein die Bibliothek als Einrichtung. Heißt: Der Name der Villa werde überhaupt nicht angefasst. „Im Gegenteil. Wir erhoffen uns durch die Namensänderung in Helga-Weyhe-Bibliothek sogar, dass der Blick auch wieder verstärkt auf die Freydanksche Villa gelenkt wird.“

Selbstverständlich sei den Genossen die Historie um das Gebäude bewusst. Diese reicht vom Brauereibesitzer Hermann Freydank, der die Villa 1904 für seine Familie errichtete, über die Hausarztpraxis seines Sohnes ab 1931 und ein Reservelazarett ab 1943 bis zum späteren Kinderheim und anschließend er Nutzung als Kinderkrippe. 1996 zog die Bibliothek ein.

Bewegte Geschichte

„Das prächtige Gebäude hat eine bewegte Geschichte, weshalb wir niemals am Namen Freydanksche Villa rütteln würden“, so Gabriele Gruner, die nochmals bekräftigt, dass nur der Name der Bibliothek geändert werden soll. „Man wird dann sagen, die Helga-Weyhe-Bibliothek in der Freydankschen Villa“, erläutert ihr Fraktionskollege Marco Heide. Denn so werde die Geschichte des Gebäudes, welches typische Merkmale des Jugendstils neben Elementen der griechisch-römischen Kunst aufweist, weitergeschrieben, so Heide. „Es könnte ja auch passieren, dass die Bibliothek mal umzieht“, so Gruner weiter. Dann würde gewissermaßen die Helga-Weyhe-Bibliothek in einem anderen Objekt untergebracht werden und die Freydanksche Villa würde nach wie vor ihren Namen tragen.

Ob es überhaupt dazu kommt, steht noch nicht fest. Auch wenn alle Fraktionsvorsitzenden die Idee begrüßen, musst der Stadtrat erst noch entscheiden.