Arendsee l Am Mittwoch begann wieder für die Zehntklässler an der Arendseer Fontaneschule der Unterrichtsalltag. Die Prüfungsvorbereitungen stehen im Mittelpunkt. Wohlgemerkt: mit Abstand! Die Neuntklässler starten erst am 4. Mai in ihre Praktika. Darüber ist jedoch Vater Marek Weiß empört. Er fordert regulären Unterricht zum Notenverbessern nach vier Wochen Coronapause und fürchtet Nachteile für seine Tochter.„Meine Tochter und ihre Mitschüler müssten nach der vier Wochen langen Unterrichtspause endlich Gelegenheit haben, ihre Noten in den regulären Stunden an der Schule aufzubessern“, erklärte Marek Weiß aus Zießau ärgerlich gegenüber der Volksstimme. Schließlich müssten sich die Schulabgänger von 2021 mit dem Zeugnis 2020 bei zukünftigen Arbeitgebern bewerben.

Er halte es für völlig falsch, die Schüler jetzt in irgendwelche Praktika in die Betriebe und Unternehmen zu schicken, wo sie zudem Ansteckungsgefahren ausgesetzt seien. Das habe er im Elternrat und auch gegenüber dem Schulleiter deutlich gemacht. „Statt Praktikum sollte lieber der versäumte Stoff nachgeholt werden“, meinte er.

Dass der Vater das Vorgehen kritisierte, bestätigte gestern Thomas Schlicke auf Nachfrage, nachdem er die erste Lehrerkonferenz zum Schulauftakt abgeschlossen hatte. Er sei davon ausgegangen, dass der Großteil der Schüler die unterschriebenen Praktikumsverträge in der Tasche hat. Es gebe dazu konkrete Absprachen mit den jeweiligen Betrieben und dem Verein zur beruflichen Bildung (VfB) als Träger der Praktika. Das sollte nicht alles gekippt werden.

Berufsvorbereitung gehört zu Unterrichtsstoff

Diese Praktika seien auch im Interesse der Berufsfindung und -vorbereitung der Jugendlichen zu sehen. „Da, wo es von Betrieben nun Absagen aufgrund der Pandemie und betrieblichen Ausfälle gibt, müssen wir andere Lösungen finden“, betonte er. Die verschiedenen Sachverhalte werden am ersten Tag, dem 4. Mai, beim gemeinsamen Auftakt an der Fontane-Gemeinschaftsschule zusammen mit Schülern und Lehrern geklärt.

Was nun aber den Unterrichtsausfall während der vierwöchigen Zwangspause und des Zuhausebleibens betreffe, seien das keine „Ferien“ gewesen. „Es gab Hausaufgaben und Projekte, die dann beim Schulbeginn bewertet und benotet werden“, sagte Schlicke. Diese Zensuren fließen in die Gesamtnoten ein. Damit habe also jeder Schüler die Chance gehabt, seine Noten zu verbessern.

Einige der Aufgabenresultate konnten bereits eingesendet werden und lägen vor. „Aber nicht von allen“, so Schlicke mit Blick auf den persönlichen Fall, den Marek Weiß zur Sprache brachte.