Beetzendorf l Den Anwohnern im Beetzendorfer Vierland, in der Friedensstraße, August-Bebel-Straße und im Neubaugebiet stinkt es. Regelmäßig, wenn der Wind ungünstig steht, weht er einen üblen Geruch von der Biogasanlage an der Tangelner Straße herüber, den sich die Bürger nicht länger gefallen lassen wollen. 80 Anwohner unterzeichneten eine Resolution an den Gemeinderat und trugen dort ihr Anliegen auch vor (Volksstimme berichtete).

Beim Betreiber der Anlage, der Biogas Beetzendorf GmbH, ist man bemüht, mit den Anwohnern gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Dem diente auch ein Gespräch, zu dem Geschäftsführer Bodo Meyer und Planer Volkmar Dertmann drei Vertreter der Beschwerdeführer, Liane Riedel, Christel Herforth und Gerd Beyer, sowie Bürgermeister Lothar Köppe einluden.

Problem wird ernst genommen

Tenor des Treffens: „Es gibt ein Problem, und wir nehmen das sehr ernst“, so Dertmann. Allerdings könne man derzeit noch nicht zuordnen, aus welcher Quelle die Gerüche stammen. Hier baten Planer und Geschäftsführer die Anwohner um Mithilfe. Um die Ursache ermitteln zu können, sollen sie in nächster Zeit genau notieren, zu welcher Zeit, wie lange und in welcher Intensität der Gestank zu vernehmen ist.

„Eine Art Tagebuch wäre nicht schlecht“, meinte Volkmar Dertmann. Das erzeugte Biogas selbst als Quelle des Übels schließt der Planer aus. „Wir haben die gesetzliche Verpflichtung, die Anlage regelmäßig auf ihre Dichtigkeit zu untersuchen und den Behörden die Ergebnisse der Messungen zu melden. Das passiert, und wir müssen davon ausgehen, dass die Anlage dicht ist“, so Dertmann. Es könne aber andere Geruchsquellen auf dem Gelände geben, die jetzt ermittelt werden müssten.

Gerd Beyer berichtete, dass die immer wieder auftretenden Gerüche nicht erst in jüngster Zeit ein Ärgernis darstellen. „Das geht schon seit drei, vier Jahren so“, erklärte er. Ihm gehe es nicht um den üblichen, mit der Landwirtschaft nun einmal verbundenen Geruch. „Wir leben auf dem Land, damit muss man zurecht kommen“, sagte Gerd Beyer. Aber der Gestank, der von der Biogasanlage her komme, sei mitunter kaum auszuhalten und mindere die Lebensqualität der Anwohner.

Windrichtung ausschlaggebend

Komme der Wind aus dem Osten, rieche man nichts. „Aber dreht er, bekommen wir alles ab“, meinte der Beetzendorfer. Und Christel Herforth ergänzte: „Morgens beim Lüften muss man das Fenster schnell wieder zumachen, so doll stinkt es manchmal.“

Der Frust bei den Anwohnern habe sich über lange Zeit angesammelt. Als dann auch noch die Lärmimmission durch die Gasrückverdichterstation der Avacon in unmittelbarer Nähe zur Biogasanlage hinzu kam, sei das Maß voll gewesen.

Geschäftsführer Bodo Meyer bat die Anwohner, beim nächsten massiven Auftreten der Gerüche sofort auf ihn zuzukommen. „Dann können wir der Quelle gleich auf den Grund gehen“, erklärte er. Ihm sei auch daran gelegen, das Problem aus der Welt zu schaffen.

Gerd Beyer zeigte sich hinterher mit dem Ergebnis des Gesprächs sehr zufrieden. „Uns geht es nicht darum, dem Betrieb zu schaden, im Gegenteil. Aber die Geruchsbelastung ist unzumutbar und muss abgestellt werden“, betonte er. Bei der Ermittlung der Ursache des Problems würden die Anwohner auf jeden Fall mitwirken und die dafür erforderlichen Daten liefern.