Diesdorf l Eigentlich herrscht an der Diesdorfer Grundschule Dr. Georg Schulze in diesen Tagen Ferienruhe. Nicht so jedoch zum Jahreswechsel. Da stoppte das Spendenmobil des Blutspendedienstes aus Dessau an der Molmker Straße. Auf dem Parkplatz und in der Schule gab es bis zum frühen Nachmittag ein Kommen und Gehen.

„Die Spender nehmen diesen Tag gern an, da viele zwischen Weihnachten und Neujahr frei haben“, sagt Dr. Dörte Janz. Die Ärztin aus Schnega gab mit ihrer Untersuchung grünes Licht für die Spende und hatte in Diesdorf viel zu tun.

Bedarf

Bedarf an Blutkonserven sei immer vorhanden, so Dörte Janz weiter. Glücklicherweise gehöre der Jahreswechsel nicht zu den Zeiten, in denen ein erhöhter Bedarf herrsche. Problematisch sei da eher die Sommerzeit, wenn das Spendenaufkommen urlaubsbedingt nicht so hoch ausfalle.

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Benötigt werde Spenderblut aller Blutgruppen. „Beliebt ist die Gruppe Null negativ, das passt zu vielen Empfängern“, berichtet die Ärztin weiter. Die Gruppe AB sei zwar eher selten, andererseits passe sie auch nicht bei allzu vielen Empfängern.

89 Spenden

Voraussetzung für die Spende sei ein guter Gesundheitszustand und dass der Abstand zwischen den Spenden eingehalten werde, erklärt die Ärztin. „Männer dürfen bis zu sechs Mal im Jahr spenden, Frauen bis zu vier Mal.“

Auf stolze 89 Spenden kann Frank Nahrendorf verweisen. „Ich gehe immer spenden, wenn ich eingeladen werde“, verweist der Holzhausener auf die schriftlichen Benachrichtungen des Blutspendedienstes. Für den Ort seiner Spende bevorzugt er Diesdorf. „Hier ist es einfach schöner.“

Info per App

Lutz Franke aus Holzhausen hat sich zum Blutspenden extra eine App aufs Handy geladen. Über diese App werde er informiert, wann er wieder spenden dürfe und wo in seiner Nähe der nächste Termin angeboten werde. Dass er an einem Sonntag in Diesdorf spenden könne, wollte er zunächst nicht glauben. „Ich habe heute erst die Pferde herausgelassen und mich dann auf den Weg gemacht. Schließlich gibt es hier auch immer ein prima Frühstück“, fügt er augenzwinkernd hinzu und bedankt sich bei dem Vorbereitungsteam um Waltraud Klix.

„Ich wollte zum Jahresende noch mal etwas Gutes tun“, begründet Ute Schültke ihre inzwischen 18. Spende. Die Dahrendorferin spendet normalerweise in Dähre. „Ich hatte mir aber schon immer diesen Termin vorgemerkt, bislang hat es allerdings nicht geklappt.“

Mit Resonanz zufrieden

Karsten Hoffmann und Andrea Stahn vom Blutspendedienst kümmern sich im umfunktionierten Schulzimmer um die Spender, darunter auch um Jasmin Hartmann aus Wüllmersen. Für die 19-Jährige, die in Jena eine Ausbildung zur pharmazeutisch-technischen Assistentin absolviert, ist es die erste Spende. „Ich war vorher schon ziemlich aufgeregt. Aber es ist alles nicht schlimm“, stellt sie fest. Ihre Mutter Susanne Hartmann habe immer über die Spenden erzählt. Jetzt in den Ferien habe es endlich geklappt. Jasmin Hartmann ist sich sicher: „Das war nicht meine letzte Spende.“ In wenigen Wochen wird sie dann auch ihren Blutspenderausweis erhalten.

Karsten Hoffmann ist mit der Resonanz auf den angebotenen Spendentermin zufrieden. Bis 12 Uhr waren schon mehr als 50 Beutel mit einem halben Liter des Lebenssaftes gefüllt. Nach der Spende können sich die Frauen und Männer mit einem herzhaften Frühstück stärken. Dafür sorgt das Team um Waltraud Klix, darunter Gudrun Mau und Kerstin Grziwa sowie Marieta Zimmer, die sich um die Anmeldung kümmert.

Eingespieltes Team

Für die fleißigen Helferinnen begann der Tag mit den Vorbereitungen bereits um 7 Uhr. Ständig sorgen sie für Nachschub bei Kaffee und Brötchen. „Um 10 Uhr geht es los. Aber die ersten Spender standen schon vor 10 Uhr vor der Tür“, erzählt Waltraud Klix schmunzelnd. Viele „Stammkunden“ seien darunter, die regelmäßig den Spendentermin kurz vor dem Jahreswechsel nutzen.

Die Frauen sind mit mehreren Jahren Erfahrung schon ein eingespieltes Team. Waltraud Klix, die früher beim Deutschen Roten Kreuz tätig war, hilft bereits seit acht Jahren bei den Spendenterminen, Marieta Zimmer seit sechs Jahren, Kerstin Grziwa seit zwei, Gudrun Mau seit eineinhalb Jahren. „Es macht Spaß“, sind sich die Frauen einig, die, solange es die Gesundheit zulässt, weiter machen wollen.

Den digitalen Spenderservice gibt es als App für Smartphones für iOS und Android kostenlos im Appstore zum Download.