Landtagswahl

Borchert und Hietel holen für die CDU Direktmandate im Altmarkkreis Salzwedel

Die CDU gewinnt bei der Landtagswahl beide Direktmandate im Altmarkkreis. Im Wahlkreis 1 (Salzwedel) gelingt Carsten Borchert der Wiedereinzug ins Landesparlament. Sandra Hietel will im Wahlkreis 2 (Gardelegen-Klötze) die Interessen ihrer Wähler vertreten. Die Wahlbeteiligung liegt mit 53,83 Prozent niedriger als 2016.

CDU-Direktkandidat Carsten Borchert (Mitte) verfolgte die Wahlergebnisse in seinem Heimatort Jübar und konnte am Ende den Wiedereinzug in den Landtag feiern.
CDU-Direktkandidat Carsten Borchert (Mitte) verfolgte die Wahlergebnisse in seinem Heimatort Jübar und konnte am Ende den Wiedereinzug in den Landtag feiern. Foto: Walter Mogk

Altmarkkreis (ca, wmo, ao, me) - Das Votum der Westaltmärker unterscheidet sich tendenziell nur wenig vom Gesamtergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Für die Grünen fällt es schlechter aus, die Freien Wähler stehen etwas besser da. Im Wahlkreis 1 kommt Hanns-Michael Kochanowski (AfD) nicht an das Ergebnis seiner Partei auf Landesebene heran. Es folgen Marco Heide (Die Linke) und Nadine Schäfer (SPD). Einen Achtungserfolg erringt im Salzwedeler Wahlkreis Nils Krümmel von den Freien Wählern mit 9,1 Prozent. Tankred Roth (FDP) holt gut fünf Prozent und Zoltan Schäfer von den Grünen bildet bei den etablierten Parteien das Schlusslicht.

Im Wahlkreis 2 gelingt es dem Sozialdemokraten Oliver Stegert, Linke-Kandidatin Silke Wolf zu überholen. Mit Stand 22.13 Uhr liegt er bei 13,9 Prozent. AfD-Mann Thomas Korell erzielt im südlichen Wahlkreis das zweitstärkste Ergebnis. Sören Kohse (FDP) und Dirk Kuke (Freie Wähler liegen fast gleich auf. Mirko Wolff (Grüne) ist mit unter vier Prozent abgeschlagen.

Die Kandidaten der Partei Die Basis Andreas Schaaf und Petra Stoppel sowie Einzelbewerber Carsten Mertens konnten die Wähler augenscheinlich nicht überzeugen.

Die Ergebnisse im Wahlkreis 1 (Stand 22.20 Uhr, 71 von 80 Wahllokalen ausgezählt)

  • Carsten Borchert (CDU) 36,17 Prozent
  • Hanns-Michael Kochanowski (AfD) 18,63 Prozent
  • Marko Heide (Die Linke) 14,63 Prozent
  • Nadine Hofmann (SPD) 9,37 Prozent
  • Nils Krümmel (Freie Wähler) 9,1 Prozent
  • Tankred Roth (FDP) 5,36 Prozent
  • Zoltan Schäfer (Bündnis 90/Die Grünen) 4,24 Prozent
  • Andreas Schaaf (Die Basis) 2,51 Prozent

Die Ergebnisse im Wahlkreis 2 (Stand 22.35 Uhr, 105 von 108 Wahllokalen ausgezählt)

  • Sandra Hietel (CDU) 36,12 Prozent
  • Thomas Korell (AfD) 20,19 Prozent
  • Oliver Stegert (SPD) 13,9 Prozent
  • Silke Wolf (Die Linke) 12, 49 Prozent
  • Dirk Kuke (Freie Wähler) 6,09 Prozent
  • Sören Kohse (FDP) 4,91 Prozent
  • Mirko Wolff (Bündnis 90/Die Grünen) 4,11 Prozent
  • Petra Stoppel (Die Basis) 1,67 Prozent
  • Carsten Mertens (Einzelkandidat) 0,51 Prozent

Dass er sein Ergebnis vom letzten Mal noch übertreffen würde, damit hat Carsten Borchert nicht gerechnet. „Weil ich das vom Sport her kenne. Weltmeister zu werden, ist das eine, aber es ist noch schwerer, so einen Titel zu verteidigen“, meint der Jübarer. Umso dankbarer sei er, dass ihm die Menschen erneut das Vertrauen geschenkt haben. „Ich werde mich extrem bemühen, dieses Vertrauen in den nächsten fünf Jahren zu rechtfertigen“, verspricht er und feiert den Wiedereinzug in den Landtag mit Freunden und Weggefährten im Jübarer Gemeindesaal.

Jubel in Gardelegen

Nach und nach füllt sich das CDU-Wahlkreisbüro in Gardelegen und nach jeder neu dazugekommenen Auszählung aus einem Wahllokal im Wahlkreis 2 steigt der Jubel über das Ergebnis. Die CDU führt deutlich mit 38,7 Prozent (Stand 20 Uhr). Und auch bei den Stimmen für das Direktmandat zeigt sich eine deutliche Tendenz für die CDU-Kandidatin Sandra Hietel. Die kann es noch gar nicht fassen und hat Tränen in den Augen. „Unglaublich, ich bin überwältigt und demütig“, sagt die 39-jährige Gardelegenerin. Sie freue sich riesig über das Ergebnis ihrer Partei insgesamt, zumal es in den Umfragen im Vorfeld der Landtagswahl gar nicht so rosig für die CDU ausgesehen habe. „Für mich ist auch der Abstand zur AfD wichtig“, betont die CDU-Politikerin. Und auch hier sei die Tendenz deutlich.

Sie werde ihr kommunalpolitisches Engagement im Stadtrat von Gardelegen fortsetzen. „Das war schon viel Arbeit, aber jetzt kommt so richtig viel Arbeit auf uns zu“, sagt Hietel. Das CDU-Wahlkreisbüro in Gardelegen möchte sie behalten. Am Wahlabend war sie noch nach Magdeburg zur CDU-Wahlparty gefahren. Am Dienstag geht dann die Arbeit schon los - mit der konstituierenden Sitzung des CDU-Landtagsfraktion.

Viel mehr Briefwähler

Schon gegen 16 Uhr am Wahltag zeichnete sich ab, was vor der Wahl spekuliert wurde: Die Briefwahlbeteiligung wird hoch ausfallen. „Wir haben rund 10 500 Briefwahlumschläge“, sagt Kreiswahlleiter Matthias Baumann. Zum Vergleich: Bei der Kommunalwahl 2019 hätten lediglich 5400 Westaltmärker auf die Briefwahl zurückgegriffen. Bis 18 Uhr kamen noch einige Briefwahlunterlagen im Landratsamt an, so dass es am Ende etwa 10 600 waren. Neun Briefwahlvorstände mit neun Helfern zählten ab 18 Uhr im Landratsamt die eingegangenen Stimmen der Briefwähler aus. Die Wahlbeteiligung lag mit 53,83 Prozent leicht unter der von vor fünf Jahren mit damals 56 Prozent.

Sandra Hietel gewinnt für die CDU im Wahlkreis 2 das Direktmandat. Erste Glückwünsche gab es gestern von ihrem Vorgänger Uwe Harms, hier mit Ehefrau Christine.
Sandra Hietel gewinnt für die CDU im Wahlkreis 2 das Direktmandat. Erste Glückwünsche gab es gestern von ihrem Vorgänger Uwe Harms, hier mit Ehefrau Christine.
Foto: Cornelia Ahlfeld