Wissenswertes

Der Kiebitz war der Vogel des Jahres 1996.

Wer „kiebitzt“, sieht dem anderen schon mal verbotenerweise in die Karten. Schauen wir dem Kiebitz in die Karten, wird deutlich, dass der Vogel durch die Zerstörung seines Lebensraumes notgedrungen zum Kulturfolger wurde.

Der Kiebitz (Vanellus vanellus) stammt aus der Familie der Regenpfeifer, die zur Ordnung der Wat-, Möwen- und Alkenvögel gehört.

Der Kiebitz ist etwa taubengroß (28 bis 32 cm). Durch den Kontrast zwischen schwarzer Oberseite mit grünlich schimmerndem Metallglanz und weißer Unterseite mit schwarzem Brustband sowie abstehender Federholle am Hinterkopf ist er unverkennbar. Die Kopfseite ist weißlich mit schwarzem Streif unter dem großen dunklen Auge.

Der auffällige Vogel ruft seinen Namen in verschiedenen Variationen, zum Beispiel kie-wi als Kontaktlaut und chä-chuit, wit-wit-wit-wit sowie chiu-witt während des Fluges.

Insekten und deren Larven bilden die Hauptnahrung, Regenwürmer, Samen und Früchte von Wiesenpflanzen, sowie Getreidekörner sind weitere Bestandteile des vielseitigen Nahrungsspektrum.

Quelle: www.nabu.de

Brietz l „In den letzte Jahren gab es in dem Gebiet etwa fünf aktive Brutpaare“, teilt Johanna Mayrberger vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) mit Blick auf die Brietzer Teiche bei Salzwedel mit. Doch diese geringe Anzahl an Jungtieren, die flügge ihre Nester verlassen, genüge nicht, um die Population des Kiebitzes dauerhaft zu sichern. Demnach muss eine Lösung her, um die Art am Grünen Band zu halten.

Dazu beigetragen habe ein Workshop, erklärt Johanna Mayrberger weiter: „Hierbei versammelten sich online bundesweit bekannte Experten im Kiebitz-Schutz.“ So sei die derzeitige bundesweite Situation des Vogels beleuchtet und im Austausch ermittelt worden, wie der Schutz der Bodenbrüter verbessert werden könne, „damit sich die in den letzten Jahrzehnten dramatisch eingebrochenen Bestände erholen können.“ Regional habe ein besonderer Fokus darauf gelegen, wie die Projektgebiete am Grünen Band von den Erfahrungen aus anderen Bereichen profitieren könnten.

Im Ergebnis haben die Akteure des BUND im Anschluss des Workshops mit dem Bau von Zaunanlagen um die Brutstätten an den Brietzer Teichen begonnen, und zwar über das Projekt „Quervernetzung Grünes Band.“

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Kooperation mit Landwirten

Ziel des Projektes sei es, den länderübergreifenden Biotopverbund Grünes Band besser an nationale und regionale sowie europäische Biotopverbunde anzuknüpfen, erläutert Johanna Mayrberger. So sollen unterm Strich Lebensraumnetzwerke erlebbar und bekannter werden, in denen verschiedene Aktivitäten stattfinden. Diese würden unter anderem in Kooperation mit Landwirten entstehen. Das Projekt stärke und sichere ein national und international bedeutsames Biotopenverbundnetz, wovon Natur und Mensch nachhaltig profitieren.

Der Zaun an den Brietzer Teichen werde direkt um die Brutinseln installiert, so dass nur ein Stück des Zaunes aus dem Wasser rage. „Dies soll unter anderem Graugänse davon abhalten, auf die Inseln zu schwimmen und damit die Kiebitze bei der Brut zu stören“, so die BUND-Mitarbeiterin weiter.

Steigerung des Bruterfolgs erhofft

In einem weiteren Bauabschnitt sei geplant, das Gebiet großräumig mit einem Elektrozaun zu schützen. Dieser soll Angreifer vom Land abhalten. Die Einzäunung soll im Frühjahr über die Bühne gehen – kurz vor der Brutsaison. Gestört würden die brütenden Kiebitze an den Brietzer Teichen nämlich hauptsächlich durch Waschbären und Wildschweine, die die Gelege zerstören und durch zeitweise hunderte Graugans-Junggesellen, die die Brutinseln besetzen.

„Wir versprechen uns aus der Kombination dieser beiden Maßnahmen eine signifikante Steigerung des Bruterfolgs der Kiebitze an den Brietzer Teichen“, so Dieter Leupold, stellvertretender Landesvorsitzender BUND Sachsen-Anhalt und Projektleiter am Grünen Band: „Die Wirksamkeit der Maßnahmen werden wir im nächsten Frühjahr intensiv überwachen.“ So erhoffe sich der BUND Erkenntnisse darüber, warum der Bruterfolg der Kiebitze an den Brietzer Teichen bisher so gering war.