Arendsee l „Der Buchtitel stammt aus der ältesten Urkunde aus dem Jahre 1208 über eben jenen antiquum Arnesse, jenen alten Arendsee“, erklärte Dr. Rosemarie Leineweber bei ihrer Buchpräsentation im Hotel Deutsches Haus in Arendsee. An dem Sonderband des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie haben insgesamt 23 Autoren mitgeschrieben, teilweise Archäologen wie die ehemalige Gebietsreferentin selbst, deren Nachfolge 2012 Barbara Fritsch antrat, teilweise aus Geologie, Limnologie, Biologie und anderen interdisziplinären Fachbereichen.

„Alles begann damit, dass der Taucher Rüdiger Pohlmann am ersten Weihnachtsfeiertag zwischen Frühstück und Gänsebraten zur besseren Verdauung tauchen ging und dabei den mittelalterlichen Einbaum entdeckte“, erinnerte Rosemarie Leineweber an den Anfang der ersten unterwasserarchäologischen Untersuchungen in Sachsen-Anhalt.

Kooperation mit Tauchclub

Es folgten bis 2011 gemeinsam mit verschiedensten Partnern taucharchäologische Untersuchungen im Arendsee und interdisziplinäre Forschungen. Die Entdeckung war aber zugleich auch der Beginn einer andauernden Zusammenarbeit des Landesamtes mit dem Arendseer Tauchclub und später auch mit den Forschungstauchern des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern. Unterstützt wurden die Aktivitäten vom Salzwedeler Technischen Hilfswerk.

Bilder

In ihrem Vortrag ließ Rosemarie Leineweber, belegt mit unvergesslichen Fotos und Dokumentationen, die Bergung des Einbaums im Herbst 2004 Revue passieren, ebenso die darauf folgenden Bergungen zum Beispiel des neolithischen (jungsteinzeitlichen) Fischzauns, dessen Bergung und Dokumentation von 2005 bis 2007 dauerte. „Das Ganze wurde erschwert durch die Tatsache, dass im Januar 2005 der See zugefroren war – die Boote und eine Fahrrinne mussten mit Motorkettensägen freigesägt werden“, blickte sie zurück. Wie die Archäologen und Taucher zur Fundstelle kamen? „Mit dem K 10, dem Motorkatamaran des Tauchclubs“, beantwortete die Fachfrau eine Frage aus dem Publikum.

Einige Buchkapitel vorgestellt

Zu dem gehörten neben Fachkollegen der Herausgeberin, Mitautoren und Vize-Landesarchäologe Dr. Alfred Reichenberger auch Mitglieder des Vereins Junge Archäologen der Altmark sowie Taucher und weitere am See interessierte Zuhörer.

Rosemarie Leineweber stellte einige Buchkapitel vor zu den Funden nach Einbaum und Fischzaun wie den mittelalterlichen Prahm und die Dokumentation zur versunkenen Mühle einschließlich der Zuwegungen und weiterer Wege sowie des von Heimatforschern als fränkische Ware bezeichneten Objekts. Sie stellte dar, welche innovativen Techniken zum Einsatz kamen, um die Funde zu dokumentieren und zu datieren.

Detailliert ist das alles im Buch „Antiquum Arnesse – Interdisziplinäre Forschungen zur Geschichte des Arendsee 2003 bis 2011“ zu finden und zu lesen. Das Buch erinnert an den 2016 verstorbenen Archäologen-Kollegen Dieter Nothnagel und ist ihm gewidmet.

Das Vorwort verfasste Professor Dr. Harald Meller als Landesarchäologe und Leiter des Landesamtes. Zu haben ist das Buch ISBN: 978-3-948618-02-5 im Handel.