Binde l Kaum waren die neuen Tempo-30-Verkehrsschilder in Binde aufgestellt, fanden sich sofort Polizeibeamte ein zu Geschwindigkeitsmessungen. Wer wie gewohnt mit 50 Stundenkilometern durch den Ort fuhr, hatte schlechte Karten und musste ein Verwarngeld zahlen.

Lange Autoschlangen quälen sich zu Spitzenzeiten langsam durch Binde. Und danach fragten sich nicht nur die Autofahrer, sondern auch die Anwohner, was die Maßnahme bezwecken soll. Denn als Grund für die Geschwindigkeitensabsenkung hatte die Landesstraßenbaubehörde in Stendal Straßenschäden genannt.

Keine Schlaglöcher

Doch die Fahrbahn ist nach ihrer Meinung in gutem Zustand und weist keine Schlaglöcher auf. Das ist im Gegenteil dazu auf den Trassen Richtung Mechau oder Schernikau oder Kaulitz schon der Fall. Allerdings sind das keine Straßen, für die die Behörde zuständig ist, sondern die Kommune.

Regionalbereichsleiter Manfred Krüger von der Niederlassung Nord in Stendal ging der Sache B 190 noch einmal persönlich auf den Grund und nahm die Trasse unter die Lupe. Denn hier greift die Sicherungspflicht für eine gefahrlose Nutzung aller Verkehrsteilnehmer. Es gebe Unebenheiten in den Randbereichen. Langfristig müsse es um eine Verbesserung der Fahrbahnqualität gehen. „Ein grundhafter Ausbau muss kommen“, sagte er am Telefon. Eine Abstimmung zu konkreten Details mit der Straßenmeisterei solle heute folgen.

Anwohner-Meinung

Anwohner meinen jedoch, ein Tempolimit hätte seine Berechtigung an unübersichtlichen Stellen wie zum Beispiel am Ortseingang aus Richtung Kläden in der scharfen Kurve. Nicht aber auf der geraden Strecke durch den Ort. Dort spiele Lärmschutz keine Rolle, da die Wohnbebauung sich nicht dicht an der Straße befindet.