Straßenverkehr

Busse fahren trotz Anwohnerprotest in Arendsee

Anwohner Klaus Lühe (Mitte) zeigt Hauptamtsleiter Michael Niederhausen (von links) und Stadtrat Hans-Joachim Hinze, wo sich wegen des starken Busverkehrs schon das Pflaster in der Alten Poststraße abgesenkt hat.
Anwohner Klaus Lühe (Mitte) zeigt Hauptamtsleiter Michael Niederhausen (von links) und Stadtrat Hans-Joachim Hinze, wo sich wegen des starken Busverkehrs schon das Pflaster in der Alten Poststraße abgesenkt hat. Foto: Helga Räßler

Helga RäßlerArendsee

„Es ist lange bekannt, dass die Alte Postraße viel zu schmal für den Busverkehr ist“, machte gestern Nachmittag Anwohner Klaus Lühe seinem Ärger Luft. Und das nicht zum ersten Mal. Immer wieder wird das Problem aufgekocht. Eine Lösung scheint nicht in Sicht.

Ein Bus sei mit Außenspiegeln drei Meter breit. Im Begegnungsverkehr mache das sechs Meter aus, so Lühe beim erneuten Ortstermin mit Haupt- und Ordnungsamtsleiter Michael Niederhausen und Stadtrat Hans-Joachim Hinze vom Ordnungsausschuss. „Die Straße ist aber nur 5,20 Meter breit“, fügte Heinz Tietke hinzu, ebenfalls Anwohner der Alten Poststraße.

Längerer Fußweg zur Schule ist gesund

Wenn es danach gehe, dürften hier gar keine Busse fahren. Und demzufolge hätte auch die Wendeschleife weiter hinten an der Thielbeerer Brücke nicht ausgebaut werden dürfen. Wenn es also darum gehe, dass die Stadt eine Änderung wolle und deshalb fürchten müsse, einst gezahlte Fördermittel an den Kreis zurückzahlen zu müssen, sei das falsch. „Der Kreis sitzt selbst mit im Boot, weil er zuließ, dass gebaut wird trotz der Unzulässigkeit“, machte Klaus Lühe deutlich.

Da konnte Michael Niederhausen nicht mitgehen, denn verwaltungstechnisch sähe das anders aus. Aber noch habe er keinen Bescheid über irgendwelche Rückforderungen. Er warte die Information aus Salzwedel ab. „Dann werde ich Sie anrufen“, sagte er in Richtung Lühe als Ansprechpartner.

„Wir sind bestrebt, den unbefriedigenden Zustand zu ändern, können das aber nicht sofort“, meinte er. So blieb es wieder einmal dabei, dass sich Verwaltung und Kommunalpolitiker die Beschwerden der Bürger anhörten, aber nichts zu deren Abhilfe auf den Weg bringen konnten.

Defekte Stellen im Zaun

So wies Klaus Lühe auf die durch den schweren Busverkehr vor allen in den Seitenbereichen bereits abgesenkten Pflastersteine und ausgefahrene Dellen in der Fahrbahn. Auch eine defekten Stelle im Zaun kam zur Sprache, wo ein Radfahrer beim Ausweichen vor Bussen hineingeraten war. Karsten Meyer erinnerte an die zahlreichen Wasserrohrbrüche, die er mit habe reparieren müssen. „Ursache waren die Belastungen durch Busse, die im Begegnungsverkehr auf den Grünstreifen ausgewichen waren“, berichtete er.

Mit der Forderung nach Verbannung der Busse aus der Alten Poststraße einher ging auch die Frage nach der Verlegung der Bushaltestellen für die beiden Schulen. Im Gespräch ist die Feldstraße. Die müsste, weil ebenfalls eigentlich zu schmal, Einbahnstraße werden. Dann könnte die Schüler direkt vor der Grundschule ein- und aussteigen.

Variante zwei ist der Busbahnhof. Dafür müsste lediglich die Bahnhofstraße einmal gequert werden - über einen Fußgängerüberweg oder mit Schülerlotsen. Das Argument des zu langen Wegs ließ Heinz Tietke nicht gelten: „Früher mussten Kinder viel weiter zur Schule laufen“, betonte er. Zumal vielen die Bewegung fehle, sei das sogar gesund.

Fazit nach einer halben Stunde Ortstermin: Viel geredet, nichts verändert!