Baumann und Clausen erobern Gunst der Zuschauer in Windeseile - Zwischen Sprüchen, Musik und einerGeschichte

Comedy-Duo präsentiert Programm der Extraklasse

Seit 20 Jahren verkörpern Jens Lehrich und Frank Bremser die beiden
Bürokraten-Figuren Hans- Werner Baumann und Alfred Clausen. Am
Donnerstagabend machten sie auf ihrer Deutschland-Tournee im Salzwedeler
Kulturhaus halt.

Von Malte Schmidt

Salzwedel l Sie sind Kult: die beiden Oberbürokraten Baumann und Clausen aus Neddelhastedtfeld. Mit ihrem neuen Programm "Alfred allein zu Haus" waren sie am Donnerstagabend im fast ausverkauften Kulturhaus in Salzwedel zu Gast. Bei dem 90-minütigen Feuerwerk an Gags blieb kein Auge trocken. Nicht einmal bei den beiden Beamten selbst. Sie überraschten sich während ihres Programms gegenseitig mit Improvisationen und kamen teilweise aus dem Lachen nicht wieder raus.

Während die Radioshows fast ausschließlich im Neddelhastedtfelder Rathaus spielen, erzählen Frank Bremser (Oberamtsrat Alfred Clausen) und Jens Lehrich (Hans-Werner Baumann aus dem Passamt) in ihrem neuen Programm, wie die Beziehung zwischen Alfred und seiner Ella langsam in die Brüche geht, ohne dass Alfred etwas davon bemerkt. Seine Frau sucht allerdings ein Gespräch mit ihm, muss aber in das Rathaus kommen, da der Macho-Alfred ja vorgegebene Sprechzeiten hat: "Da stand sie vor mir. An einem Donnerstagmorgen um 9.30 Uhr im Rathaus.

Sie hatte eine Wartenummer gezogen" - das Publikum lacht euphorisch - "und saß mir gegenüber. Ich sagte: Ella, leg los! Ohhhh, und sie legte los: Ich würde morgens beim Frühstück immer nur Zeitung lesen, mich nicht am Haushalt beteiligen, meine Sachen immer überall rum liegen lassen, mittags immer zu schnell essen und mit ihr nicht ausgehen", erzählt Alfred Clausen seinem Freund Hans-Werner Baumann. "Und was hast du gemacht?", fragt sich Baumann. Clausen: "Ich habe mir richtig Mühe gegeben, Hans-Werner. Ich habe eine Unterschriftensammlung von über 1000 Männern zusammengetragen, die Ella zeigen sollten, dass sie nicht alleine ist. Aber auch das hat ihr nicht gereicht."

Nachdem Clausen von einem Kegelabend nach Hause kommt, hat seine Frau für ihn einen romantischen Abend vorbereitet. Clausen allerdings denkt, dass seine Frau ihn betrügt. Also fasst er kurzerhand einen Entschluss und quartiert sich bei seinem Kumpel vom Passamt ein, dessen Frau Gertrud ahnungslos im Schlafzimmer liegt. Baumann versucht, dem Oberamtsrat zu helfen, dass dessen Ella rechtzeitig vor der Bürgermeisterwahl zurückkehrt.

Doch die hat nach dem letzten Versuch, wieder Feuer in die Beziehung zu bringen, keine Lust mehr auf Alfred. Dieser ist allerdings nicht gewillt, einfach so nachzugeben und sich bei seiner Frau zu entschuldigen. Als Redakteure der örtlichen Zeitungen davon Wind bekommen, dass seine Ella ausgezogen ist, stehen sie bei Hans-Werner Baumann vor der Tür. Da lässt sich Alfred Clausen eine neue Ella aus Blech liefern, und die Verwicklungen nehmen ihren Lauf, ganz zur Freude des Publikums, das nicht mehr aufhören konnte zu lachen, auch weil einige der Lieder, die das Duo präsentierte, urkomisch waren.

Am Tag der Bürgermeisterwahl schalten Clausen und Baumann den Fernseher ein und können ihren Augen nicht trauen, als bekannt wird, dass es statt Clausen und dem amtierenden Bürgermeister noch eine dritte Partei gibt, die von Ella Clausen gegründet wurde und alles nur, um ihren Alfred zurückzugewinnen. Vor Freude springt er durch die Luft und möchte nur noch eins: Zu seiner Ella, der Frau, die er über alles liebt.