Salzwedel l Die leere Stelle an der Spitze der Salzwedeler Comeniusschule ist nun wieder besetzt. Doris Beneke wurde am 1. Dezember in Magdeburg vereidigt und ist damit nun die offizielle Leiterin der Gesamtschule. Sie tritt die Nachfolge von Norbert Hundt an, der den Posten 30 Jahre lang inne hatte und ihn im Juli abgab.

Von Niedersachsen nach Sachsen-Anhalt

„Frau Beneke hatte sich schon eine ganze Weile vorher beworben“, erklärte Schulrat Sören Messerschmidt. „Das hat einfach etwas gedauert“, weshalb die Comeniusschule mehr als drei Monate offiziell ohne Leiter dastand.

Grund für die lange Dauer sei gewesen, dass für die Neubesetzung die Verwaltungen zweier Bundesländer zusammenarbeiten mussten, denn Beneke war vorher in Niedersachsen tätig. Dort leitete die 54-Jährige die Realschule am Drömling in Rühen, einem Ort kurz hinter der Landesgrenze. Sie wollte aber eine Stelle mit mehr Nähe zu ihrer Heimat Zethlingen – einem Ortsteil von Kalbe, in dem sie zusätzlich Ortsbürgermeisterin ist.

„Ich denke, dass das Schulprofil der Comeniussschule sehr gut zu mir passt“, erzählte Beneke in einem Pressegespräch an ihrem ersten Arbeitstag. Was sie konkret plant, wollte sie aber noch nicht verraten – jedenfalls nicht, bevor sie ihre neuen Kollegen eingeweiht hat. Außerdem muss sie sich noch auf die neue Umgebung einstellen: „Jede Schule hat so ihre eigenen Gesetze.“

Vier Monate überbrückt

Diese „Gesetze“ wird sie auch selbst als Lehrerin kennenlernen, wenn sie die Kenntnisse aus ihrem eigenen Biologie- und Chemie-Studium weitergibt oder den Kunstunterricht übernimmt.

In der Zeit zwischen Hundt und Beneke hatte Werner Blattner, stellvertretender Schulchef, die Schule geleitet. Er habe „dadurch, dass er in Doppelfunktion gearbeitet habe, viel dazugelernt, gab er an – auch über „Dinge, die man sonst nicht auf dem Plan hatte“.

Oder Dinge, die niemand auf dem Plan haben konnte. Das gilt nicht nur in Bezug auf Corona. Denn Beneke steigt zu einer schwierigen Zeit ein, etwa eine Woche nach einer Messerattacke an der Schule. „Wir sind mittendrin in der Arbeit“, sagte dazu Blattner mit Bezug auf die seelische Betreuung.