Salzwedel l Seit Dienstag gibt es für einige Produktpaletten von Desinfektionsmitteln Engpässe, informiert die Sprecherin des Altmark-Klinikums, Ivonne Bolle auf Nachfrage. Die Verantwortlichen des Einkaufs würden sich bereits nach adäquaten Alternativen in den entsprechenden Sortimenten umsehen. Bei Medikamenten sei aber momentan noch kein Mangel zu verzeichnen.

„Im Vergleich zu den Vormonaten haben wir in der jüngsten Zeit einen erhöhten Verbrauch von Desinfektions- mitteln beobachtet“, sagt die Pressesprecherin. Das sei jedoch eine Begleiterscheinung der Grippesaison. Sollte mal kein Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen, sei das gründliche Händewaschen mit Seife ebenfalls sehr effektiv, lautet ein Ratschlag von Krankenhausygienikern Dr. Ines Mewes.

Für Personal zwingend notwendig

Die Besucher würden animiert, sich die Hände zu desinfizieren. Bolle: „Zum einen um sich selbst zu schützen, zum anderen sollen unsere Patienten nicht unnötig durch Keime und Bakterien von außen belastet werden.“ Für das Personal dagegen sei die Händedesinfektion zwingend notwendig. „Daher ist es uns auch wichtig, dass unsere Besucher und Patienten sehr verantwortungsvoll mit den zur Verfügung gestellten Desinfektionsmitteln umgehen“, erklärt sie.

Noch gebe es keinen Verdachtsfall im Altmarkkreis und die Westaltmärker bleiben gelassen. Die Notaufnahmen in Gardelegen und in Salzwedel sind wegen „vermeintlicher Corona-Patienten“ nicht überlastet.

Es werde empfohlen, Infizierte wenn möglich zu Hause ambulant zu behandeln. „Das Altmark-Klinikum beschäftigt sich aber bereits gezielt damit, Vorkehrungen zu treffen, um die an den Corona-Virus schwer Erkrankten in unseren Krankenhäusern in Gardelegen und in Salzwedel bestmöglich medizinisch versorgen zu können“, betont Ivonne Bolle.

Ausgangsstoffe fehlen

Apotheken dürfen ab sofort auch offiziell isopropanolhaltige Händedesinfektionsmittel selbst herstellen. Das hat die Bundesstelle für Chemikalien per Allgemeinverfügung genehmigt. Was jetzt fehlt sind die Ausgangsstoffe, wie Salzwedeler Apothekeninhaber der Volksstimme auf Anfrage berichten. So auch Nadin Neumann. Sie würde gern sofort mit der Herstellung starten, da ihre Apotheke für eine Reha-Klinik zuständig ist. Dort und in Pflegeheimen sei der Bedarf groß. Sie wolle nun versuchen, die Ausgangsstoffe zu besorgen. Wasserstoffperoxid, Glycerol und gereinigtes Wasser habe sie vorrätig. Medizinischer Alkohol und lsopropanol seien nicht ausreichend vorhanden. Die Apothekerkammer Sachsen-Anhalt habe aber bereits Unterstützung bei der Beschaffung angekündigt.

Auch Anne-Margret Niefind-Sauß, Inhaberin der Apotheke Vor dem Lüchower Tor, würde sofort loslegen, steht aber vor dem gleichen Problem. Für Notfälle würde auch Apothekerin Katrin Roth Desinfektionsmittel anfertigen, wenn sie denn die nötigen Stoffe bekäme. Bei Sascha Brückner in der Acarden-Apotheke gebe es noch keine große Nachfrage. Sollte sich das ändern, würde auch er die neuen gesetzlichen Möglichkeiten nutzen, erklärte er auf Anfrage.