Arendsee l Ein leerer Parkplatz und geschlossene Tore sowie Stille in allen Räumen zeugen von der Tatsache, dass nun auch die Mutter-Kind-Kurklinik des Deutschen Roten Kreuzes in Arendsee dichtgemacht hat.

„Das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt hat am 19. März einen Erlass veröffentlicht, der unter anderem besagt: In Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen dürfen bis auf Weiteres keine Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen begonnen werden“, teilte Pressesprecherin Annemarie Söder vom DRK-Landesverband Sachsen-Anhalt mit.

Therapieangebote eingeschränkt

„Da dieser Erlass die DRK-Vorsorge- und Rehabilitationsklinik für Mutter und Kind in Arendsee einschließt, haben wir uns am Freitag, 20. März, dazu entschlossen, keine neuen Kurgäste aufzunehmen“, sagte sie. Der Erlass des Ministeriums gelte zunächst bis zum 19. April.

Die Gäste des letzten Kur-Durchgangs seien, so Söder, nach und nach abgereist, da der Kurbetrieb aufgrund einiger Verfügungen und Erlasse stark beeinträchtigt war. Ähnlich wie die erfolgte Schließung der Kindertagesstätten und Schulen musste auch die Kinderbetreuung in der Kurklinik eingestellt werden. Sauna und Schwimmbad konnten ebenfalls nicht mehr genutzt werden. Dadurch und durch die Einschränkungen in den Therapieangeboten folgte der Entschluss zur Schließung.

Die gute Nachricht: In der DRK-Kurklinik Arendsee gab es weder Grippe- noch Corona-Kranke, auch nicht beim Personal.

Haus war gut gebucht

Aktuell seien noch einige Mitarbeiter in der Kurklinik, beispielsweise für die telefonische Beratung oder administrative Aufgaben, sagte Söder. So war gestern auch Klinikleiterin Marion Danner zu erreichen, die sich aber zu den Vorgängen nicht äußerte.

Wann der Normalbetrieb wieder läuft, ist völlig offen. Eigentlich war das Haus an der Lüchower Straße, das seit 1996 in Betrieb ist, auch für 2020 gut gebucht. Wegen der starken Nachfragen soll es in diesem Jahr zusätzlich zu den beiden Vater-Kind-Kuren eine weitere dieser Art geben.

2019 kurten mehr als 1100 Mütter und mehr als 50 Väter sowie mehr als 1700 Kinder in den 46 Durchgängen am Arendsee. Sie wurden von 80 Mitarbeitern betreut.