Arendsee l „Wir hatten viel Glück“, machte Kathrin Rösel, als Dezernentin beim Altmarkkreis Salzwedel für den Bereich Gesundheit verantwortlich, am 4. August deutlich. Denn obwohl sich der 14-jährige Infizierte aus Berlin Spandau mit den anderen Gästen in seiner Gruppe mehrfach in einem Raum aufhielt, was grundsätzlich erlaubt ist, wurden sie nicht angesteckt. Alle Tests von den sechs Kindern und zwei Betreuern fielen negativ aus. Genauso wie von den 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kinder- und Jugenderholungszentrums (KiEZ) in Arendsee.

Jugendliche aus Berlin

Der junge Berliner reiste aufgrund eines Verdachtes bereits am 28. Juli ab. Am 31. Juli gab es dann aus Berlin das positive Testergebnis. KiEZ-Geschäftsführerin Kirsten Hohmeyer informierte das Salzwedeler Gesundheitsamt. 88 Gäste, die keinen direkten Kontakt mit dem 14-Jährigen hatten, durften abreisen, aber keine neuen Urlauber anreisen. Zu der Gruppe, mit der der Berliner zusammen war, gehörten ursprünglich zwölf Kinder. Sechs von ihnen durften aber bereits am Wochenende nach Hause. Und zwar auf Druck der Eltern, wie Kathrin Rösel gestern beim Pressegespräch erklärte. Das hiesige Gesundheitsamt hielt Rücksprache mit den heimatlichen Behörden der Urlauber. Letztendlich wurde der Heimreise zugestimmt. Allerdings nur unter Maßgabe, dass diese in privaten Pkw erfolgt. Die Gäste mussten sich zudem bei ihren Gesundheitsämtern vor Ort melden. Auch von diesen gibt es keine positiven Corona-Rückmeldungen.

Für das KiEZ bedeutet dies: Es dürfen wieder Urlauber anreisen. In Absprache mit dem Salzwedeler Gesundheitsamt können diese ab dem Wochenende geplanten und bereits vor dem Corona-Fall gebuchten Reisen auch stattfinden. Mehrere Gruppen sind angekündigt. Insgesamt werden es 150 Kinder und Betreuer sein.

In Montenegro angesteckt

Kathrin Rösel ging am 4. Juli auch auf das Hygienekonzept der Einrichtung ein. Dieses funktioniere, wie die Dezernentin mit Blick auf den aktuellen Fall erklärte. Denn es habe keine weiteren Ansteckungen gegeben. Der 14-Jährige hatte sich auch nicht in der Altmark mit Corona angesteckt. Inzwischen steht fest: Die Infektion erfolgte bei einer Familienfeier in Montenegro. Dort war der Junge mit seinen Eltern, die ebenfalls an Corona erkrankt sind, kurz vor seinem Arendsee-Urlaub. Noch in Montenegro gab es einen Test. Doch der fiel bei dem 14-Jährigen negativ aus. Darum durfte er mit der Jugendreisegruppe in den Luftkurort fahren. Über die Ursache für diesen Fehler lasse sich nur spekulieren, hieß es gestern. Entweder waren die Viren noch nicht nachweisbar oder der Test falsch.

Für Kirsten Hohmeyer und ihr Team heißt es nun in den nächsten Tagen, die Erlebnisse zu verarbeiten, bevor die Gäste kommen. Das Hygienekonzept werde natürlich fortgeführt, es habe sich bewährt und könne als Beispiel für weitere Urlauberzentren dienen. Erleichtert zeigte sich auch Arendsees Bürgermeister Norman Klebe. Denn im Falle von vielen Infizierten hätte dies Auswirkungen weit über das KiEZ hinaus für den die gesamte Urlauberregion, die derzeit besonders angesagt sei, gehabt.