Berliner Kinderbuchautor Thomas Schallnau begeisterte Apenburger Schüler mit Zeichenkünsten

"Das ist wie ein eingefrorener Stummfilm"

Von Walter Mogk

Ganz nach Wunsch gestaltete der Kinderbuchautor Thomas Schallnau seinen Auftritt vor den Apenburger Grundschülern. Dabei entstanden drei wunderschöne Bilder.

Apenburg l Statt aus seinen Werken vorzulesen, griff Thomas Schallnau beim Besuch der Apenburger Grundschule lieber zum Zeichenstift. Schließlich ist der Berliner auch Illustrator und gestaltet jedes seiner Bücher selbst. Die Erst- und Zweitklässler, die der von der Klötzer Bibliothek mit Unterstützung des Friedrich-Bödecker-Kreises organisierten besonderen Schulstunde lauschten, durften ihre Wünsche äußern, und Sekunden später fanden sich Kuh, Schwein und Storch, ein Trecker und ein Flugzeug auf dem weißen Papier wieder. "Er malt schnell, aber ordentlich", staunten die Schüler über die Zeichenkünste des 71-Jährigen.

Star des ersten Bildes war natürlich Rüssel, jener Elefant, der der gleichnamigen Kinderbuchreihe seinen Namen gab. 29 Bände mit den Abenteuern des Dickhäuters sind bisher erschienen. "Bis zur Wende 14, der Rest danach. Insgesamt wurden drei Millionen Bücher seit 1987 verkauft", erzählte Thomas Schallnau. Die Rüssel-Bücher sind vor allem für Kinder gedacht, die noch nicht lesen können. "Sie können die Geschichte anhand der Bilder nachverfolgen", so der Berliner. Während der Elefant kein Musterknabe ist und allerlei Blödsinn ausheckt, muss ihn seine Freundin, die Maus, immer wieder zur Ordnung rufen. "Für mich sind solche Bilderbücher wie ein eingefrorener Stummfilm. Jeder findet dort etwas anderes wieder und lässt die Geschichte anders im Kopf ablaufen", erklärte der Berliner.

In "Rot für Rüssel" bringt Schallnau den Kindern die Verkehrsregeln näher, in "Ein Jahr mit Rüssel" geht es einmal quer durch den Kalender. Aber am besten gefielen den Schülern die eigens für sie angefertigten Zeichnungen wie jene vom kleinen Levin beim Reiten oder vom Tierfußball, bei dem das Schwein dem Pferd die rote Karte zeigt. Klar, dass Schallnaus Frage, ob er nochmal wiederkommen soll, von den Kindern mit einem lautstarken "Ja!" beantwortet wurde.