Salzwedel l Die Polizeiinspektion (PI) Stendal zieht eine positive Bilanz über den Großeinsatz am Freitag. Mit mehreren Hundert Einsatzkräften sei es gelungen, sowohl den AfD-Bürgerdialog im Kulturhaus, als auch den Schutz der Gegendemonstrationen zu gewährleisten. Störungen aller Veranstaltungen seien verhindert worden. „Mehrere Personen blockierten zeitweise die Zufahrtswege, gleichwohl wurde die Anreise der Teilnehmer zum Bürgerdialog gewährleistet“, erklärt PI-Sprecher Wolfgang Albrecht.

Das Aktionsbündnis „Solidarisches Salzwedel“ wertet den Ablauf des Protestes gegen die AfD-Veranstaltung als vollen Erfolg. Insgesamt 1500 Menschen aus unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen von jung bis alt hätten sich angeschlossen. Die Polizei spricht hingegen von 1200 Teilnehmern.

Spontanversammlung hält Redner auf

In der Altperverstraße/Am Chüdenwall habe sich eine Spontanversammlung gebildet. „Die Anreise der AfD-Redner und damit der Veranstaltungsbeginn verzögerten sich durch die blockierte Straße um etwa 45 Minuten“, heißt es in einer Pressemitteilung des Aktionsbündnisses.

Kritik wird am Polizeieinsatz geäußert. Aufgrund der Polizeisperren sei die Fahrraddemo über eine Stunde an der Abfahrt gehindert worden. Zahlreiche Gegendemonstrierende hätten beklagt, dass sie nicht zu angemeldeten Versammlungsorten durchgelassen wurden. Darüber hinaus sei von einigen Teilnehmern von unverhältnismäßigen Polizeimaßnahmen in der Altperverstraße berichtet worden.

Kritik an Stadt

Das Bündnis kritisiert zudem noch einmal die Stadtverwaltung dafür, dass sie das Kulturhaus an die AfD vermietet hat. Die Stadt sei ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden, weil sie auch, als bekannt wurde, dass die AfD-Rechtsaußen Björn Höcke und Andreas Kalbitz reden sollen, keine Anstrengungen unternommen habe, das Mietverhältnis wieder aufzukündigen.