Salzwedel l Das Uhrwerk läuft, doch der Sekundenzeiger an der Bahnhofsuhr in Salzwedel macht schlapp. Gleiches befürchten einige Altmärker beim Interregio-Express (IRE) Berlin-Hamburg. Er fährt, nur scheinbar nicht im Takt. Befürchtungen machen sich breit, die Deutsche Bahn (DB) könnte das Angebot streichen.

„Beginnen Sie Ihre Radreise in Osterburg oder in Salzwedel. Beide Hansestädte sind sehr gut mit der Bahn zu erreichen. Salzwedel erreichen Sie von Berlin oder Hamburg bequem mit dem IRE Berlin-Hamburg.“ Mit diesen Sätzen möchte die Bahn ihre Kunden in die Altmark schicken. Doch wie einige Leser am Telefon berichten, gibt es dabei ein grundlegendes Problem: Der IRE stoppe nicht immer wie geplant in Salzwedel oder Stendal. Obendrein würde es in Salzwedel auch keine Auskünfte zu Verspätungen geben. Weder über die Lautsprecher am Bahnhof, noch über die digitalen Anzeigen. „Will die Bahn etwa die Strecke aufgeben?“, fragt eine Leserin? Ein anderer Leser glaubt, dass die Technik der Bahn streike. Doch was ist nun los?

Bahn mit sich selbst unzufrieden

„Mit der Leistung in der ersten Jahreshälfte sind wir nicht zufrieden“, meint Holger Auferkamp, Pressesprecher der Deutschen Bahn für den Bereich Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen. Er bestätigte, was die Leser beklagen: Es kam zu Verspätungen und Ausfällen. Die Gründe seien verschieden. Mal sorge Unwetter für Verspätungen, mal die Hitze für Ausfälle. Auch technische Probleme würden dazu führen.

Seit diesem Monat hätte man die Probleme aber wieder im Griff. Man rechne so gar mit Verbesserungen. Wie diese Aussehen, wollte oder konnte die Bahn aber nicht erläutern. Ebenso wenig die Fahrgastzahlen auf der Strecke. Aus Wettberwerbsgründen gebe es keine Auskunft.

Zu den Ausfällen oder Verspätungen erklärt Auferkamp, dass es dazu Informationen in den Auskunftsmedien der Bahn gebe. „Dazu zählen Fahrgastinformationsanzeigen an den Bahnhöfen, die DB-Reisezentren sowie DB-Information, bahn.de und die App DB-Navigator.“ Speziell in Salzwedel würde dies über die Fahrgastinformationsanzeigen und Durchsagen erfolgen. Doch eben genau dort liegt der Knackpunkt. Wie eingangs erwähnt, beklagen die Altmärker genau das: keine Infos am Bahnhof. Auf erneute Nachfrage heißt es vom Bahn-Pressesprecher Bukhard Ahlert aus Berlin, dass die Bahn konkrete Fälle benötige, an genau welchen Tagen es keine Durchsagen oder Infos auf den Anzeigen gegeben hatte. Bahnkunden sollten sich diese also künftig notieren.

„Wenn Fahrgäste ihr gekauftes Ticket für den IRE Berlin-Hamburg aufgrund eines Ausfalls nicht nutzen können, können sie ihr Ticket über das Servicecenter Fahrgastrechte einreichen und erhalten den vollständigen Ticketpreis zurück“, so der Pressesprecher Holger Auferkamp.

IRE soll auf der Strecke bleiben

Abschließend nimmt der Pressesprecher aus der Bundeshauptstadt den Altmärkern die Angst, der Interregio-Express Berlin-Hamburg könnte eingestellt werden oder die altmärkischen Hansestädte Salzwedel und Stendal auf der Strecke links liegen lassen. „Es ist nicht in Sicht, dass etwas aufgegeben wird“, sagte Burkhard Ahlert.

Trotzdem werde die Deutsche Bahn die Auslastung auf der Strecke weiterhin verfolgen. „Die Wirtschaftlichkeit muss stimmen“, sagte der Berliner Pressesprecher. Derzeit gebe es aber keine Hinweise darauf, dass der IRE künftig nicht mehr täglich in Salzwedel und Stendal stoppe.