Smartphone-App kontra handschriftliche Zettel in Salzwedel

Die Linke fordert in Salzwedel die Luca-App

Um Warteschlangen am Freibad zu vermeiden, fordert die Linksfraktion in Salzwedel den Einsatz der Luca-App in öffentlichen Einrichtungen. Die Stadtverwaltung hält davon aber wenig.

Von Alexander Rekow
Die Linke fordert die Salzwedeler Stadtverwaltung auf, in öffentlichen Einrichtungen die Luca-App einzusetzen.
Die Linke fordert die Salzwedeler Stadtverwaltung auf, in öffentlichen Einrichtungen die Luca-App einzusetzen. Foto: dpa

Salzwedel - Schon in jüngster Vergangenheit regte Die Linke in einem städtischen Gremium an, die Luca-App am Salzwedeler Freibad einzusetzen. So wie es in Gardelegen bereits getan wird. Damit ließen sich nach Auffassung der Fraktion beispielsweise lange Warteschlangen am Kassenbereich des Freibades vermeiden.

Zum Hintergrund: Die Smartphone-App dient der Kontaktrückverfolgung sowie der Risikobenachrichtigung. Damit würde das Ausfüllen von Zetteln vor dem Eintritt wegfallen.

Im Hauptausschuss stellte die Stadtverwaltung unlängst klar, dass sie die App nicht einsetzen wolle. Zum einen gebe es Datenschutzbedenken, zum anderen würde Technik fehlen, hieß es. Damit schien die Sache vom Tisch. Schien. Denn Die Linke will sich damit offensichtlich nicht zufriedengeben. In einem Antrag fordern sie die Stadtverwaltung auf, ihre Haltung dahingehend zu ändern.

Schuld ist einzig und allein der Unwille der Stadt.

Marco Heide, Die Linke

So würde die Fraktion die Auffassung der Stadtverwaltung zur Luca-App nicht teilen und haben deshalb die Einführung in städtischen Einrichtungen beantragt, informiert Stadtrat Marco Heide: „Die Aussage aus dem Hauptausschuss, dass die Warteschlange am Einlass des Freibades ein Resultat des Mindestabstandes sei und nichts mit dem Ausfüllen des Kontaktformulars zu tun habe, ist einfach falsch.“

Vielmehr will die Fraktion einen ganz anderen Grund für die Verweigerung erkannt haben. „Schuld ist einzig und allein der Unwille der Stadt, auf moderne digitale Lösungen zu setzen!“, so Marco Heide. Für die Linksfraktion müsse die App spätestens im Herbst zum Einsatz kommen, heißt es weiter, falls dann das Infektionsgeschehen wieder ansteige.

Im Herbst werde nach Einschätzung der Linken wohl auch eine Kontaktrückverfolgung bei Veranstaltungen im Salzwedeler Kulturhaus nötig, so der Stadtrat: „Die Warteschlange ist dann nicht bei 30 Grad und Sonne vor dem Freibad, sondern bei 5 Grad und Regen auf dem Kulti-Vorplatz. “

Zwangsläufig müsse es nach den Linken auch nicht zwingend die besagte Luca-App sein, um damit eine mögliche Kontaktrückverfolgung zu gewährleisten. „Sollte die Stadtverwaltung eine alternative digitale Lösung zur zeit- und arbeitsaufwendigen Zettelwirtschaft bei der Kontaktnachverfolgung präsentieren, sind wir offen für diesen Vorschlag und nageln uns nicht auf die Luca-App fest, auch wenn diese App bereits großflächig genutzt wird.“

Nun liegt der Ball dahingehend abermals im Rathaus der Baumkuchenstadt.