Arendsee

Die „Queen“ muss aus dem Wasser

Der Wasserstand des Arendsee reicht nicht aus, um die Queen an Land zu ziehen. Das ist für den TÜV aber zwingend erforderlich.

Von Von Christian Ziems

Arendsee l Eine vorgeschriebene Überprüfung des Unterbodens per Taucher und speziellen Gerätschaften unter Wasser: Diese Möglichkeit hatte die Luftkurort Arendsee GmbH für die „Queen“ in Betracht gezogen. Doch daraus wird nichts, wie Interims-Geschäftsführerin Sonja Nowak dem Wirtschaftsausschuss mitteilte. Der TÜV-Prüfer möchte den Unterboden ganz genau an Land anschauen. Bleibt also nur: Die „Queen“ muss aus dem Wasser. Mit der vorhandenen Anlage, bei der das Schiff im See auf zwei Schlitten bugsiert und per Seilwinden rausgezogen wird, funktioniert das nicht. Denn der Wasserstand am Ende der Schienen, auf denen die speziellen Wagen laufen, ist zu gering. Es fehlen 14 Zentimeter.

Ein Verlängern der Schienen ist ausgeschlossen. Direkt hinter dieser Konstruktion geht es steil hinab. Dort befindet sich eine Abbruchkante. „Der Neubau einer Anlage ist illusorisch“, musste Sonja Nowak auch dieser Variante eine Absage erteilen. Es fehle am Geld und an einer geeigneten Stelle entlang des Seeufers. Auch andere Methoden wurden in den vergangenen Wochen diskutiert und wieder verworfen. GmbH, Stadt und Werft haben bislang keine Lösung gefunden.

Zwischenzeitlich gab es die Idee, mit Luftkissen zu arbeiten. Doch auch dies ist sehr kompliziert und nach der jetzigen Einschätzung unmöglich. Die Interims-Geschäftsführerin verwies im Volksstimme-Gespräch auf den Untergrund, der ungeeignet ist. Aus diesem Grund komme zudem auch kein Schwerlastkran in Frage. Das Gerät würde wohl mit dem Schiff am Haken in Schieflage geraten.

Bleibt nur, auf einen steigenden Wasserstand zu hoffen. Was das Oberdeck angeht, soll dieses im April vom TÜV abgenommen werden. Ohne Kontrolle des unteren Bereiches darf dann noch vier Monate gefahren werden. Eine Verlängerung ist ohne eine komplette Untersuchung nicht möglich. Im schlimmsten Fall müsste das Schiff stillgelegt werden.

Stadtrat Sven Schottenhamel brachte ein mögliches Auskoffern zur Sprache, um damit das Problem mit dem niedrigen Wasserstand ausgleichen zu können. Vize-Bürgermeister Michael Niederhausen verwies auf den Naturschutz. Dieser lässt so etwas nicht zu. Auch Sonja Nowak bestätigte dies. Sie hatte bei einer Gewässerschau das Thema angesprochen. Es gab sofort den Hinweis von Ämtern: In den Arendsee darf kein Fahrzeug fahren, also auch kein Bagger.

Gebaggert werden müsste auch im Strandbad. Doch dort steht ebenfalls der Naturschutz dagegen. Im Nichtschwimmerbereich hat sich eine Düne gebildet. Im Bereich bis zum Ufer steht Wasser über viele Monate, es gibt keinen Austausch. Die Folge: Es riecht gerade im Sommer bei warmen Temperaturen übel. Dies schreckt Badegäste ab. Im vergangenen Jahr wurden in Handarbeit Kanäle durch die Düne gezogen. Damit sollte ein Wasseraustausch erreicht werden. Doch ein Erfolg blieb aus.

Der Termin für den Saisonstart, in Corona-Zeiten allerdings eingeschränkt, steht fest. Der 15. Mai wird anvisiert. Ob die Rutsche, die im Mai gewartet werden soll, in Betrieb geht, ist offen. Das Gesundheitsamt schreibt vor: Es muss während des Betriebes ein Mitarbeiter daneben stehen. Dies gilt auch für die Spielgärten. Die Pumpen müssen zudem wegen des niedrigen Pegels tiefer ins Wasser gesetzt werden.